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«Die Leute wissen, dass Doping dazugehört»

Johannes Dürr wurde nach den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi gesperrt. Trotz seiner Doping-Vergangenheit trainierte Dürr für die Heim-WM in Seefeld, er wollte mit der Staffel sein Land repräsentieren.

Johannes Dürr, vor wenigen Stunden wurde bekannt, dass es in Seefeld einen Dopingskandal gegeben hat. Auch zwei österreichische Athleten sind davon betroffen, Max Hauke und Dominik Baldauf. Was bedeutet das für den Sport?

Wie geht es Ihnen persönlich an so einem Tag?

Hatten Sie schon Kontakt mit ehemaligen Teamkameraden, die nicht betroffen waren? Oder mit dem Verband?

Nun wurden gleich fünf Langläufer verhaftet, und auch sie mussten damals aus Sotschi abreisen. Sind Doper schlechte Menschen, sogar Verbrecher?

Bekam überraschend Besuch von Ermittlern: Hannes Reichelt. Der österreichische Abfahrtsspezialist wurde verhört, weil er verbotene Medikamente eingenommen haben soll. Der 38-Jährige bestreitet die Vorwürfe. In Verdacht geriet er wegen seinen Verbindungen zu Gerald H., dem Hauptverdächtigen im Doping-Skandal der nordischen Ski-WM. Ein Rückblick:
Die Polizei kreuzte am Mittwoch, 27. Februar 2019, vor dem 15-km-Rennen vor dem österreichischen Teamhotel für eine Doping-Razzia auf.
Ebenso betroffen sind die estnischen Langläufer Karel Tammjärv (Nr. 30) und sein Landsmann Andreas Veerpalu.
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Sie sagten einmal: «Sportfans erleben eine Illusion.» Wie meinen Sie das?

Glauben Sie denn, dass die Zuschauer in Seefeld denken, die Langläufer seien alle sauber?

Sie sagten in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung»: «Ohne Doping geht es nicht.» Wieso haben Sie zu Dopingmitteln gegriffen?

Haben Sie jemanden erzählt, dass Sie dopen? Wusste Ihre Frau davon?

Gab es Momente, in denen Sie sich unschlagbar fühlten, zum Beispiel nach grossen Siegen?

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie zum ersten Mal die Spritze mit dem Dopingmittel in Ihre Vene gestochen haben?

Wie hat sich das Doping im Training und im Wettkampf ausgewirkt? Flogen Sie mühelos die Berge hoch?

Der ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt hat einmal gesagt: «Dopingfreier Sport ist eine komplette Illusion.» Stimmen Sie dem zu?

Sind Alle Olympiasieger und Weltmeister gedopt?

Also anders: Hätten Sie sauber eine Olympiamedaille gewinnen können?

Was war Ihr grösster Erfolg, den Sie sauber erreicht haben?

«Es ging nicht alles wie von alleine. Ich konnte mich aber mehr quälen, und am Schluss war ich Dritter anstatt Zwanzigster.»

Dario Cologna ist Olympiasieger, mehrfacher Gesamtweltcupgewinner und so einer der besten Langläufer in der Geschichte des Sports. Ist Dario Cologna gedopt?

Sie selber haben Doping genommen und wurden dafür erwischt, bei den Spielen von Sotschi. Was war der Tiefpunkt damals?

Sie wurden für zwei Jahre gesperrt und sprachen kürzlich in der ARD offen über Ihren Dopingmissbrauch. Unter anderem unterstellten Sie dem österreichischen Verband, Mithilfe geleistet zu haben bei Ihren Praktiken. Wie waren die Reaktionen?

Was war Ihr Ziel mit dem Film und Ihren Aussagen?

Würden Sie wieder dopen, wenn Sie noch einmal zurückgehen könnten?

Sie wagten nach Ihrer Sperre ein Comeback und wollten an der WM in Seefeld starten, in der Staffel. Was wären Ihre Ziele gewesen?

«Das Beste ist: Ich muss meine Familie und meine Freunde nicht mehr belügen.»

Früher haben Sie gedopt und wollten Weltmeister werden, nun wollten Sie sauber ein Teil der Staffel sein. Wie weit waren sie leistungstechnisch weg von diesem Ziel?

Herr Dürr, sind Sie ein glücklicher Mensch, heute, da Sie ehrlich sein können?