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Ein Zürcher brilliert, Podladtchikov enttäuscht

Einmal mehr wurden bei den X-Games neue Massstäbe gesetzt – mit gemischter Schweizer Bilanz und einigen Rekorden.

Die Snowboarder machten den Anfang: Pat Burgener in der Halfpipe von Aspen.
Die Snowboarder machten den Anfang: Pat Burgener in der Halfpipe von Aspen.
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Hoch in der Luft: Iouri Podladtchikov wollte Gold holen.
Hoch in der Luft: Iouri Podladtchikov wollte Gold holen.
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Frauenpower: Die Snowboarderinnen konnten sich erstmals im Big-Air-Wettkampf präsentieren.
Frauenpower: Die Snowboarderinnen konnten sich erstmals im Big-Air-Wettkampf präsentieren.
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In Aspen treffen sich jedes Jahr die progressivsten Freestyle-Sportler an den X-Games, um neue Massstäbe in ihren Sportarten zu setzen. Dann wird der Nobelskiort im amerikanischen Colorado zum Mekka des Freestyles. Die X-Games haben in der Szene einen Status, der jenen der Olympischen Spiele übertrifft.

«Eine Medaille an den X-Games ist in unserem Sport das Grösste», sagte Kai Mahler. Auch für Elias Ambühl gibt es nichts Schöneres, als an diesem Event einmal eine Goldmedaille gewinnen zu können. Der Contest am Buttermilk Mountain gilt daher auch seit Jahren als einer der innovativsten. Jeder zeigt seine besten und anspruchsvollsten Tricks.

Zum Event in Nordamerika wird auch regelmässig eine Delegation von Schweizer Freeskiern und Snowboardern eingeladen. In diesem Jahr nahmen gleich neun Schweizer Athleten teil.

Die Schweizer in Aspen

Der Zürcher Oberländer Kai Mahler holte Bronze. Im Big-Air-Final der Freeskier sprang Mahler zum vierten Mal aufs Podest des prestigeträchtigen Action-Sport-Events. 2012 und 2013 gewann er bereits Silber, 2014 Bronze. «Schade, dass es nicht für Gold gereicht hat, Bronze habe ich schon», bedauerte Mahler nach dem Wettkampf.

Das Schweizer Männer-Freeski-Team hätte noch weitere heisse Eisen im Feuer gehabt, diese wurden aber durch Verletzungen ausgebremst. Fabian Bösch, der Vorjahressieger im Big-Air-Wettkampf, musste wegen einer Fersenprellung Forfait erklären. Luca Schuler und Elias Ambühl konnten am Buttermilk Mountain zwar starten, stürzten aber beide schwer. Schuler verlor beim Aufprall das Bewusstsein und kam mit einer Hirnerschütterung davon. Elias Ambühl hatte sich bei seinem letzten Trick ebenfalls verletzt und musste medizinisch betreut werden.

Die einzige Frau im Schweizer Freeski-Team an den X-Games, Giulia Tanno, konnte ebenfalls positive Akzente setzen. Die 18-jährige Bündnerin klassierte sich im Big Air auf dem dritten Rang und verdrängte unter anderen die achtfache X-Games-Gewinnerin Kaya Turski vom Podest.

Andri Ragettli hatte sich als einziger Schweizer für den Slopestyle-Final der Freeskier qualifiziert. Lange sah es danach aus, dass Ragettli der erste Schweizer wird, der an den X-Games eine Medaille holt. Doch am Ende reichte es knapp nicht für das Podest, Ragettli wurde Vierter.

Andri Ragettli is raw! #XGamespic.twitter.com/RVvpaGkR2z— X Games (@XGames) January 28, 2017

Für die Schweizer Snowboard-Equipe verlief der Event alles andere als geplant. Pat Burgener beendete den Wettkampf auf dem letzten Platz. Nur zwei Ränge vor ihm platzierte sich Olympiasieger Iouri Podladtchikov. Der Amerikaner Shaun White füllte dabei den Rang zwischen den beiden Schweizern.

Das Niveau am Event ist jedes Jahr extrem hoch. Fahrer zeigen häufig Tricks, die nie zuvor präsentiert worden sind. So auch in diesem Jahr.

Hailey Langland, Big Air Snowboard

Die Snowboarderinnen hatten an den diesjährigen X-Games erstmals die Chance, sich im Big-Air-Wettbewerb zu präsentieren. Und das taten sie. Es gab etliche Stürze, weil jede Fahrerin bemüht war, das Niveau noch höher zu treiben. Und dann kam Hailey Langland. Die Amerikanerin ist mit 16 Jahren die jüngste Snowboarderin, die an den diesjährigen X-Games teilnahm. Bei ihrem letzten Versuch im Big-Air-Final stand sie einen Cab Double Cork 1080, als erste Frau überhaupt an den X-Games.

Dabei rotierte sie in zwei verschiedenen Achsen, der horizontalen und der vertikalen. Sie machte zwei Vorwärtssalti und dabei eine 1080-Grad-Drehung. Damit katapultierte sie sich auf den ersten Platz und holte Gold. Bis zu diesem Tag hatte die Kalifornierin diesen Trick noch nie versucht.

Marcus Kleveland, Big Air Snowboard

Auch er gilt noch als Rookie, auch er ist der Jüngste bei den Snowboardern: der 17-jährige Norweger Marcus Kleveland. Bei seinem ersten Einsatz in Aspen holte er gleich zwei Medaillen. Kleveland gewann den Slopestyle-Event und schlug so die kanadischen Slopestyle-Dominatoren rund um Mark McMorris.

Im Big Air landete Kleveland den ersten Backside Quadruple Cork 1800 in einem Wettkampf. Dabei drehte er sich viermal Überkopf und machte insgesamt fünf Drehungen. Dieser Trick wurde bisher erst von zwei anderen Fahrern gelandet, nie aber in einem Wettkampf.

Max Parrot, Big Air Snowboard

Nachdem Kleveland seinen Quadruple Cork 1800 gelandet hatte, zeigte der kanadische Laax-Open-Gewinner Max Parrot einen Quadruple Underflip 1620. Auch das ist eine Variante eines Vierfachsaltos mit viereinhalb Drehungen.

Julia Marino, Slopestyle Snowboard

Die 19-jährige Amerikanerin Julia Marino gewann Gold im Slopestyle. Sie kürte sich zur ersten Frau, die einen Cab Double Underflip im Slopestyle an den X-Games gelandet ist. Auch sie war 2017 das erste Mal bei den X-Games eingeladen.

Lisa Zimmermann und Kaya Turski, Freeski Big Air

Nicht nur im Snowboarden wurden Tricks gezeigt, die man noch nie gesehen hatte. Auch bei den Freeskierinnen wurden Massstäbe gesetzt. Der erste Switch Double Cork 1080 wurde von der Deutschen Lisa Zimmermann gelandet. Die Kanadierin Kaya Turski lag am Ende des Feldes, als sie zu ihrem letzten Trick antrat. Sie katapultierte sich mit einem Switch Rightside Double Cork 1080 auf den zweiten Platz.

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