«Das erleben zu dürfen, ist wirklich unglaublich»

Daniel Yule gewinnt als zweiter Schweizer den Slalom in Adelboden. Die Stimmen zum Heimsieg.

Daniel Yules Fahrt ins Glück: Der Walliser kann die Führung im 2. Lauf verteidigen. (Video: SRF)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Unglaublich», «einmalig» und gleich nochmals «unglaublich» – so drückt Daniel Yule seine Freude über den Weltcupsieg im Slalom am Chuenisbärgli aus. Dem 26-jährigen Walliser gelang Sport-Historisches: Er ist der erste Schweizer, der drei Weltcup-Slaloms gewinnen konnte. Dass er diesen Meilenstein in Adelboden vor Heimpublikum erreichte, machte den Sieg umso spezieller: «Diese Stimmung im Ziel ist einmalig. Das erleben zu dürfen, ist wirklich unglaublich», sagte Yule. Nach der Bestzeit im 1. Lauf nahm er sich nur etwas vor: «Gib Gas! Egal wie. Aber gib Gas, damit du erhobenen Hauptes den Zielraum verlassen kannst.»

Als er im Mittelteil wegrutschte, habe er den Sieg verloren geglaubt. «Nach dem Fehler dachte ich: Das wars. Nach der Ziellinie grün aufleuchten zu sehen, war unglaublich.» Julien Lizeroux, der das Rennen auf Rang 25 beendete, sprach mit Yule kurz vor dem TV-Interview. Auf die Frage, was der Franzose zu ihm gesagt habe, sagte Yule lachend: «Julien hat gesagt, dass ich grosse Eier habe!»

Zenhäuserns Dank an den Cheftrainer

Yule, der nach Marc Berthod 2007 als zweiter Schweizer den Slalom in Adelboden gewann, verdrängte mit seiner Siegfahrt Landsmann Ramon Zenhäusern auf den undankbaren 4. Rang. Der Walliser war mit dem Rennen trotzdem zufrieden und freute sich für seinen Teamkollegen: «Wir haben heute einen unglaublichen Teamkampf geliefert, das war wirklich cool. Ein grosser Dank geht an den Cheftrainer (Slalom-Chef Matteo Joris, Anm. der Red.) und seinen Staff, sie haben eine super Arbeit geliefert.» Für Zenhäusern unterschied sich die Vorbereitung auf den 2. Lauf nicht von anderen Rennen, trotz der aussergewöhnlich guten Ausgangslage der Schweizer. Nervös sei er aber schon gewesen. «Ich dachte, jetzt muss ich noch ein wenig mehr aufs Gas drücken. Die Hunderdstel waren wieder nicht auf meiner Seite. Aber so ist Sport. Immerhin hat mir ein Schweizer das Podest weggefahren!»

Das Schlusswort gehörte dem Norweger Henrik Kristoffersen, er wurde mit 23 Hunderstel Rückstand Zweiter und zollte dem Sieger seinen Respekt: «Zwei Slalomsiege in Serie sind nicht so einfach herauszufahren. Chapeaux, Daniel Yule!» (va)

Erstellt: 12.01.2020, 16:04 Uhr

Artikel zum Thema

Der bunteste Hund im Skizirkus

Er fuhr mit grün gefärbtem Schnauz, verehrt Bob Marley, stänkert gegen die FIS – der Österreicher Manuel Feller bringt die Mauern der Monotonie zum Einsturz. Mehr...

«Ist etwas Schönes, ganz oben stehen zu dürfen»

Corinne Suter triumphiert bei der Abfahrt in Zauchensee. Nach dem Rennen kann sie ihren Sieg noch nicht ganz fassen. Mehr...

Madonna, Daniel Yule!

Der Walliser gewinnt wie im Vorjahr in Madonna di Campiglio und gehört jetzt zu einem exklusiven Zirkel. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Ganz schön angeknipst: Ein Mitglied des Bingo Zirkus Theater steht anlässlich des 44. internationalen Zirkusfestivals in Monte Carlo auf der Bühne. (16. Januar 2020)
(Bild: Daniel Cole ) Mehr...