Erste Schritte hin zum olympischen Traum

Die Bündner wollen keine Winter-Olympiade 2022. Doch Swiss Olympics gibt nicht auf. Klappt es 2026? So stellt sich der Verband das Wintermärchen vor.

Swiss Olympic will Kandidatur für Winterspiele 2026: Freiwillige Helfer kraxeln auf den Olympischen Ringen anlässlich der Spiele 2010 in Vancouver.

Swiss Olympic will Kandidatur für Winterspiele 2026: Freiwillige Helfer kraxeln auf den Olympischen Ringen anlässlich der Spiele 2010 in Vancouver. Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Drei Jahre nach dem Nein des Bündner Stimmvolks zu den Winterspielen 2022 gaben die Mitglieder des Sportparlaments an einer ausserordentlichen Versammlung im «Haus des Sports» im Beisein von Sportminister Guy Parmelin ohne Gegenstimme grünes Licht, um eine Schweizer Kandidatur für die in zehn Jahren stattfindenden Olympischen Spiele zu entwickeln. Nun beginnt ein anderthalbjähriges Nominierungsverfahren.

Swiss Olympic informierte dabei über die Rahmenbedingungen bezüglich Nachhaltigkeit, denen eine Kandidatur in den Bereichen Politik, Sport, Umwelt, Wirtschaft und Tourismus nachzukommen hat. Mit dem in Ittigen initiierten Kandidatur-Prozess will Swiss Olympic ein Olympia-Projekt entwickeln, das vom ganzen Land getragen wird. Für den Projektierungsprozess wurde vom Sportparlament ein Budget von einer Million Franken gutgeheissen, verteilt über vier Jahre (2016 bis 2019). Es handelt sich dabei um Geld aus den Reserven von Swiss Olympic.

Der richtige Zeitpunkt

Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild ist überzeugt, dass eine Schweizer Olympia-Kandidatur für 2026 zum richtigen Zeitpunkt käme. Die Ausgangslage habe sich seit der letzten Abstimmung in Graubünden verändert, gab der Basler bei der Versammlung des Sportparlaments zu bedenken. «Mit unseren Bergen und einer langen Tradition im Wintersport sind wir geradezu prädestiniert, Olympische Winterspiele auszurichten», so Schild.

Zwei Hauptforderungen

Um im Spätsommer 2017 den Zuschlag auf nationaler Ebene zu erhalten, muss eine Kandidatur folgende Hauptforderungen von Swiss Olympic erfüllen:

1. Die «Host City» und die entsprechende Region wie auch die gesamte Schweiz müssen von der Kandidatur stark profitieren.

2. Die Kandidatur muss so überzeugend und attraktiv sein, dass sie 2019 anlässlich der 132. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eine Mehrheit der Stimmen der IOC-Mitglieder auf sich vereinen kann.

Schliesslich sei das beste nationale Projekt wertlos, wenn es nicht das Potenzial hat, auf internationaler Ebene erfolgsversprechend zu sein.

In den vergangenen Monaten sind an Swiss Olympic drei Projekte für Kandidaturen herangetragen worden: eines unter der Federführung von FC-Sion-Präsident Christian Constantin aus dem Wallis, ein aus Wirtschaftskreisen lanciertes aus Graubünden und ein Projekt einer Interessengemeinschaft um den Gstaader Bauingenieur Kurt Iseli, die die bestehende Infrastruktur der Wintersportorte in der ganzen Schweiz nutzen will. Dem Vernehmen nach soll es auch aus der Region Genfersee eine Projektidee geben.

Zustimmung des Volks vor finalem Entscheid

Details zum Nominierungsverfahren auf nationaler Ebene werden am 20. April in Lausanne erläutert. Innerhalb eines Monats müssen sich danach die interessierten Städte respektive Regionen entscheiden, ob sie offiziell an diesem Verfahren teilnehmen wollen. Zwischen Juni und Oktober finden schliesslich vier Workshops statt, bei denen die wichtigsten Voraussetzungen und Anforderungen von Swiss Olympic an eine Kandidatur im Detail erläutert werden.

Erst nach vorhergehenden Volksabstimmungen entscheidet Swiss Olympic, welches Schweizer Kandidatur-Dossier beim IOC eingereicht werden soll. Nur Kandidaturen von Städten und Regionen, in denen Volksabstimmungen im Frühjahr 2017 pro Olympia ausfallen, verbleiben im Nominierungsverfahren.

Swiss Olympic hofft dergestalt, im September 2017 ein Projekt vorliegen zu haben, das sämtliche Rahmenbedingungen beziehungsweise die beiden Hauptforderungen erfüllt. Andernfalls wird auf das Einreichen einer Kandidatur beim IOC verzichtet. «Wir sind aber zuversichtlich, mit einem überzeugenden Projekt an den Start gehen zu können», sagte Swiss-Olympic Präsident Jörg Schild vor dem Sportparlament in Ittigen.

Erstellt: 11.03.2016, 18:57 Uhr

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