Schweizer Snowboard-Weltmeisterin stirbt in Lawine

Bei Dreharbeiten für einen Film geriet die 21-jährige Freeriderin Estelle Balet heute Morgen im Wallis in eine Lawine.

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Der Notruf erreichte die Walliser Alarmzentrale gestern Morgen kurz vor 8 Uhr, aber die Retter konnten nichts mehr ausrichten: Die 21-jährige Snowboarderin Estelle Balet, aktuelle Weltmeisterin der Freeride World Tour, verstarb noch am Berg. Sie war beim Befahren eines Couloirs von einer Lawine ungefähr 1000 Meter in die Tiefe gerissen worden und stürzte dabei über mehrere Felsbänder.

Estelle Balet war für Filmaufnahmen im Gebiet Portalet oberhalb von Orsières und mit einem Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Airbag und Helm ausgerüstet. Sie wurde noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte und des Helikopters der Air-Glaciers aus dem Schnee befreit – doch sie war schon tot.

Balets letzte Abfahrt bei der Freeride World Tour 2016: Im April gewann sie in Verbier VS die Freeride-Weltmeisterschaft.

«Sie war sehr vorsichtig und alles andere als eine Draufgängerin», sagte ihr Vater, Eric Balet, der Nachrichtenagentur AFP. Sie habe ihr Leben mit viel Leidenschaft gelebt, alles sei sehr schnell, zu schnell gegangen.

Mit Estelle Balet verliert die Freeride-Szene ihren aufstrebenden Star. Die Profi-Snowboarderin gewann im März 2015 als jüngste Athletin aller Zeiten die Freeride World Tour. Vor wenigen Wochen gewann sie das Xtreme an der Bec des Rosses in Verbier, einer der härtesten Freeride-Wettkämpfe weltweit. Mit diesem Sieg verteidigte sie auch ihren Weltmeistertitel.

Snowboarder Emilien Badoux aus Siders, der Balet nahestand, zeigte sich tief betroffen. «Estelle war ein Sonnenschein und stets voller Tatendrang», sagte der Snowboarder und Gewinner der Freeride World Tour 2014 gegenüber dem Walliser Radiosender Rhône FM.

«Magischer» Sieg

Balet begann sehr früh, Snowboard zu fahren. Sie bezeichnete sich selbst stets als Wettkampftyp und war bei ihren Konkurrentinnen geschätzt für ihre unermüdliche Suche nach neuen Herausforderungen. Sie wagte sich 2011 erstmals an die Junior Freeride Tour, die sie 2012 prompt gewann.

Ihr Traum war es stets, beim Xtreme in Verbier einmal die gleichen Hänge wie die Männer zu meistern. Ihren Sieg in Verbier bezeichnete sie im Interview mit der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» als «magisch».

«Manche sagen, dass das gleichwertig mit einem Weltmeistertitel auf der Tour ist – ich habe beide Titel. Ich bin schlicht und einfach glücklich», fügte sie an. Nur zweieinhalb Wochen danach fand ihre noch junge Karriere ein abruptes Ende. (sda) (nag/sda)

Erstellt: 19.04.2016, 12:55 Uhr

Update folgt...

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