«Gibt es noch eine Chance, packe ich sie»

Unter Tränen hatte Skifahrerin Lindsey Vonn am Wochenende ihren baldigen Rücktritt angedeutet. Nun klammert sie sich an den letzten Strohhalm.

Vielleicht kommt es nun doch nicht soweit: In Cortina sprach Lindsey Vonn noch von einem sofortigen Rücktritt. (Video: ORF)

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Tausende von Skifans im Zielraum von Cortina und vor den Bildschirmen litten mit Lindey Vonn, als sie beim TV-Interview nach dem Rennen und ihrem neuerlichen Comebackversuch in Tränen ausbrach.

Die erfolgreichste Skifahrerin aller Zeiten hatte bei den Speedrennen im italienischen Cortina d'Ampezzo das vermeintlich letzte Comeback ihrer Karriere gegeben. Im Februar 2013 war die Amerikanerin bei der WM in Schladming im Super-G schwer gestürzt und zog sich einen Kreuzband- und Innenbandriss im rechten Knie zu. Seitdem leidet Vonn an den Folgen der damals erlittenen Verletzung.

Lange Leidensmisere

2014 musste sie auf ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen verzichten und sich wieder einer Operation unterziehen, nachdem sie von einem Trainingssturz einen erneuten Teilabriss des Kreuzbandes davon getragen hatte. Nach einer neuerlichen Knieverletzung im November des letzten Jahres hatte die Ausnahme-Athletin ihren Rücktritt auf die nächste Saison hin – nach den Rennen in Lake Louise – angekündet.

Am letzten Wochenende musste man befürchten, dass der Moment des Rücktritts nun doch schon früher gekommen war. «Ich kann nicht weiter... Das Knie... es ist schwierig... die Schmerzen sind zu viel, ich weiss nicht, was ich noch machen kann», sagte Vonn in ihrem emotionalen Interview. Der ORF-Journalist fragte nach, ob darum Cortina womöglich auch das letzte Rennen in ihrer Karriere gewesen sei. Vonn antwortete schluchzend: «Ich glaube schon. Ich muss noch darüber nachdenken, aber es kann sein. Ich muss überlegen.» So könne es nicht weitergehen.

Sie gibt noch nicht auf

Nun gibt Lindsey Vonn auf Twitter zumindest teilweise Entwarnung an ihre Fans. Die Schmerzen im Knie nach dem Super-G in Cortina resultierten aus einem Sprung im ersten Abfahrtstraining, bei dem sie sich den Peroneusnerv im Wadenbein verletzt habe. Ihr Team und sie seien dabei, das Problem anzugehen, hätten aber noch keine Lösung gefunden. Aus diesem Grund könne sie auch das Abfahrtstraining am Donnerstag in Garmisch nicht bestreiten. «Ich werde nun von Tag zu Tag entscheiden und sehen was passiert.»

Das Wichtigste jedoch: Sie spricht nicht von einem definitiven Rücktritt; zumindest noch nicht. Stattdessen will sie jede noch so kleine Möglichkeit nutzen, die sich ihr bietet, damit sie das Ende bekommt, das sie verdient. Als eine der Grössten ihres Sports wird die Amerikanerin ohnehin in die Geschichte eingehen – ob sie sich jedoch den ewigen Rekord von Ingemar Stenmark noch holen wird, ist fraglich. Momentan steht Vonn bei 82 Weltcupsiegen. (erh)

Erstellt: 23.01.2019, 18:38 Uhr

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