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«Ich kämpfe nicht mehr gegen die ganze Welt»

Lara Gut deklassierte bei ihrem Riesenlalom-Sieg in Sölden die Konkurrenz geradezu. Die aktuelle Trainersituation bei Swiss-Ski macht sie locker.

Was für ein Auftakt in den Olympiawinter: Lara Gut gewinnt den Riesenslalom auf dem Gletscher in Sölden. Es ist ihr vierter Triumph im Weltcup, aber der erste in dieser Disziplin.
Was für ein Auftakt in den Olympiawinter: Lara Gut gewinnt den Riesenslalom auf dem Gletscher in Sölden. Es ist ihr vierter Triumph im Weltcup, aber der erste in dieser Disziplin.
Keystone
Konzentration vor dem Start zum Finaldurchgang: Gut hat im 1. Lauf die Konkurrenz dominiert. Und...
Konzentration vor dem Start zum Finaldurchgang: Gut hat im 1. Lauf die Konkurrenz dominiert. Und...
Keystone
Und was kommt noch in dieser Saison? Der Saisonstart ist der Tessinerin jedenfalls gelungen. Das kann eine Sogwirkung ausüben auf das Team der Schweizerinnen. Es erhöht aber auch die Erwartungshaltung, nicht zuletzt in der Öffentlichkeit.
Und was kommt noch in dieser Saison? Der Saisonstart ist der Tessinerin jedenfalls gelungen. Das kann eine Sogwirkung ausüben auf das Team der Schweizerinnen. Es erhöht aber auch die Erwartungshaltung, nicht zuletzt in der Öffentlichkeit.
Keystone
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Lara Gut, Ihnen ist der erste Sieg einer Schweizerin in Sölden überhaupt gelungen. Das ist natürlich ein schönes Gefühl, aber mir ist etwas anderes fast wichtiger: Ich hab mich nämlich an meinen ersten Auftritt in Sölden erinnert, das war 2008 – und damals hat Dani Albrecht gewonnen.

Sie haben die Konkurrenz heute fast deklassiert, haben mit 84 Hundertstel Vorsprung gewonnen. Ted Ligety lag vergangenes Jahr fast drei Sekunden voraus, so gesehen ist das also nicht so grossartig. Es gibt immer wieder Rennen mit grossen Zeitabständen, gerade auch hier in Sölden.

Wussten Sie beim Start im zweiten Lauf, dass Sie in diesem Moment mehr als eine Sekunde Vorsprung auf Kathrin Zettel hatte, die da noch führte? Nein, ich hatte immer nur die 77 Hundertstel im Kopf, die ich nach dem ersten Lauf vor Viktoria Rebensburg lag.

Das verschafft Ruhe. Nicht unbedingt, man weiss ja trotzdem, dass man das Rennen erst ins Ziel bringen muss. Und es war auch ein komisches Gefühl, dass keine Fahrerin mehr im Starthaus befand, als ich dort war… das kannte ich noch nicht, aber ich hab mir gesagt: Bleib ruhig und fahr das, was du kannst.

Sie wirken seit einiger Zeit lockerer und zufriedener. Seit Hans Flatscher Cheftrainer ist, kommt es mir nicht mehr vor, als würde ich einen permanenten Kampf gegen die ganze Welt führen, also gegen Swiss-Ski (sie lacht). Der Weg, den ich mit meinem Privatteam gehe, wird akzeptiert, und das macht es für alle leichter.

Haben Sie deshalb auch im vergangenen Sommer mehr mit dem Team trainiert als in den Jahren zuvor? Wir haben es immer so gemacht, wie es für uns am besten schien. Das ist doch der Weg, den ich gehen muss. Und mit den aktuellen Trainern funktioniert die Zusammenarbeit hervorragend.

Auch mit Roland Platzer, der nach einem völlig missratenen Jahr von den Herren zu den Frauen wechselte? Ich hab mit Roli schon länger Kontakt gehabt, mich mit ihm ausgetauscht. Er ist ein sehr, sehr guter Trainer, der genau weiss, was er den Fahrerinnen sagen muss.

War das ein Problem mit Ihrem Privatcoach, von dem Sie sich vor einigen Monaten trennten? Ich brauche bei einem Trainingslauf nicht 15 Informationen, mir genügen die zwei, drei wichtigsten. Roli kann das perfekt, wenn man mich mit Informationen überhäuft, macht mit das nur verrückt.

Ein Sieg im ersten Rennen ist ein idealer Start in ein Olympiajahr. Olympia ist im Februar, bis dahin kann noch viel passieren. Wir müssen noch viele Rennen fahren. Wirklich beschäftigen werde ich mich mit Olympia, wenn unser Flugzeug in Sotschi landet. (Aufgezeichnet: can)

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