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«Ich will der sein, der sich nicht in die Hose macht»

Olympiasieger, zweifacher Weltmeister, Weltcupsieger – Iouri Podladtchikov ist der erfolgreichste Freestyle-Snowboarder der Schweiz. Mit der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi schloss sich für den Zürcher ein Bogen: Bis 2007 hatte Podlatchikov ausschliesslich die russische Staatsbürgerschaft besessen.
Mit Abfahrtssiegerin Dominique Gisin lacht Podladtchikov um die Wette – in Sotschi erhielten die beiden am selben Tag die Goldmedaille überreicht. Für beide war es Krönung ihrer bisherigen Karrieren. Und beide hatten sie den Grosserfolg lange erdulden müssen.
Sportler ist und bleibt Podladtchikov aber unverändert. Bei den X-Games 2015 und 2016 gewinnt er seine Medaillen 6 und 7 – aber wieder ist es nicht die goldene. 2015 in Aspen ist es Bronze, das Jahr darauf in Oslo Silber. Es ist der letzte grosse Titel, der im Palmarès des jetzt 28-Jährigen noch fehlt. Nur 2010 in Tignes holt er eine goldene Auszeichnung – allerdings gegen bescheidenere Konkurrenz.
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Als wir uns kürzlich schon einmal begegnet sind, hatten Sie den Finger einbandagiert. Waren Sie gestürzt?

Und gestürzt waren Sie auch?

Wenn du etwas erreichen willst, brauchst du Wände vor dem Kopf.

Kurz danach fand in Breckenridge, Colorado, der erste wichtige Wettkampf der Saison statt, ein Weltcup. Sie führten das Klassement bis fast zuletzt an – und mussten sich am Ende nur Ihrem Teamkollegen Pat Burgener geschlagen geben.

Woher kommt das?

Eine Art Kurskorrektur?

Schmerzt es, das Studium ­unterbrechen zu müssen?

Aus Kostengründen?

Aber die Ablenkung war zu ­verführerisch.

Fast wie vor den Spielen in Sotschi, als Sie in Wollerau lebten.

Obwohl die Ablenkung auch Teil Ihres Erfolgs ist. Die Fotografie, das Skateboardtraining, die Partys – all das, sagen Sie, hat Sie auch als Snowboarder besser gemacht.

Die Bedingungen vor Sotschi waren komplett anders: Allein 2013 verdiente ich rund eine Million Franken.

Wenn Sie jetzt noch einen Viertel von dem verdienen, was Ihnen 2013 zur Verfügung stand: Gefährdet das dann nicht die Olympiamission 2018?

Arbeiten Sie an einem neuen Trick?

Können Sie den erklären?

In Sotschi ist es beinahe ­schiefgegangen.

Gehen Sie nicht genau darum seit gut einem Jahr ins Ballett?

In New York?

Fürs Boxtraining?

Wozu das Boxtraining?

Ich will, dass die Leute nicht mehr überrascht sind, wenn ich Gold gewinne.

Der Yolo Flip ist der Trick, der Sie berühmt gemacht und Ihnen den Olympiasieg eingebracht hat. Können Sie ihn inzwischen problemlos abrufen?

Was ist das Ziel für die vorolympische Saison?

Und das Ziel für die Olympischen Spiele 2018? Die Goldmedaille oder der perfekte Run?

Fühlten Sie beim Olympiasieg 2014 zu wenig Wertschätzung?

Ihnen bleibt bis zu den Olympischen Spielen 2018 gerade noch ein Jahr Zeit, um sich diesen Nimbus zu erarbeiten.

Die Fernsehquoten, die Aufmerksamkeit – es geht nur um Shaun. Inzwischen verstehe ich das.

Wie White?

White fehlt in Laax auch dieses Jahr, im Moment scheint er nicht allzu gut in Form zu sein: In Breckenridge scheiterte er in der Qualifikation.

Wer sind die Favoriten auf den Olympiasieg 2018?

Gab es einen Moment, in dem Sie in Frage stellten, dass Sie 2018 noch einmal antreten? Es wird immerhin Ihre fünfte Olympia­teilnahme sein.

Die Leute um Sie herum bleiben stehen?