«Ich will mit meinen Kindern Ski fahren»

Nach den Tränen in Cortina spricht Lindsey Vonn in einer Talkshow über ihre Ziele, Hoffnungen und ihre Zukunft.

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Es waren traurige und zugleich auch schöne Bilder, die sich den Zuschauern bei den Skirennen in Cortina vor zwei Wochen boten. Lindsey Vonn kam ins Ziel und weinte beim Interview mit ORF 1. Sie wisse nicht, ob dies ihr allerletztes Rennen gewesen sei, für immer, sagte sie. Die Schmerzen im Knie seien schlicht und einfach zu gross, sie habe kaum mehr Druck auf den Ski bringen können. Zum Schluss bekam die US-Amerikanerin dann auch noch Blumen und wurde am Abend von den Fans in Cortina verabschiedet, dabei weinte sie zeitweise hemmungslos.

Doch nun scheint sich wieder alles zum Guten zu wenden. In der Talkshow «Sport und Talk aus dem Hangar 7» des österreichischen Senders Servus TV sagte die 34-Jährige, dass sie nun Klarheit über ihre Verletzung und somit auch wieder die Hoffnung habe, an der Ski-WM in Åre teilnehmen zu können. Die Schmerzen von Cortina seien nicht von ihrem rechten, sondern von ihrem linken Knie ausgegangen, welches beim Super-G so stark angeschwollen sei, dass es auf einen Nerv gedrückt habe. «In Cortina hat das andere Knie Probleme gemacht und war so geschwollen, dass einfach ein Druck auf den Nerven war. Ich hätte nicht sagen können, wann mein Bein funktioniert und wann nicht – das war schwer im Kopf zu kontrollieren. Sonst hatte ich auch immer Schmerzen, aber da konnte ich Druck mit den Beinen geben. Im letzten Rennen war das nicht so, deshalb war das hart für mich, damit umzugehen.»

Nachdem das Problem gefunden wurde, begab sich Vonn wieder in Therapie. Diese sei gut verlaufen, und sie hoffe nun, bis Lake Louise Anfang der nächsten Saison im Weltcup fahren zu können. «Um noch eine weitere Saison zu fahren oder mir eine Auszeit zu nehmen, dafür bin ich schon zu alt. Spätestens nach Lake Louise ist Schluss, und dann ist es Zeit für ein neues Kapitel», sagte sie in der Sendung.

Svindal kennt ihre Probleme

«Ich bin bereit für die Zeit nach meiner Karriere als Skirennfahrerin. Aber ich hoffe, dieser Moment ist nicht jetzt, und ich kann noch etwas weiterfahren.» Während des Talks sprach Vonn auch ihre Ziele an, vor allem die magische Marke von 86 Siegen Ingemar Stenmarks. «Ich hatte immer Ziele in meiner Karriere und habe diese auch immer erreicht. Wenn ich jetzt den Rekord von Ingemar Stenmark nicht brechen kann, wird das im Herzen sicher wehtun, aber ich habe immer alles gegeben, immer gekämpft. Die letzten sechs Jahre gab es keine Zeit, in der ich keine Therapie machen musste. Ich konnte morgens nie aufstehen, ohne dass ich Schmerzen hatte. Wenn ich nur mit 82 Weltcupsiegen abtrete, bin ich trotzdem sehr, sehr happy.»

Auf die Frage wann sie denn zurücktreten wolle, antwortete sie: «Wenn ich die Ideallinie im Rennen nicht mehr halten kann, frustriert mich das. Wenn ich nicht mehr das machen kann, was zum Gewinnen nötig ist, dann höre ich auf.» Über dieses Thema habe sie sich unter anderem mit dem Norweger Aksel Svindal unterhalten, der seinen Rücktritt nach der WM bekannt gab und ähnliche Probleme hatte. Zudem wolle sie nach ihrer Karriere auch «noch normal gehen und Ski fahren können», zusammen mit ihren zukünftigen Kindern. (nsa)

Erstellt: 29.01.2019, 11:57 Uhr

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