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IOK akzeptiert limitierte Defizitgarantie

Nach viel Kritik in den letzten Wochen erhält die Olympia-Kandidatur «Sion 2026» wieder Aufwind. Ob das die Gegner der Spiele befriedigt, wird sich zeigen.

Kosten als Streitpunkt: Die Olympia-Kandidatur «Sion 2026» stösst in der Politik auf heftige Gegenwehr. (10. März 2017)
Kosten als Streitpunkt: Die Olympia-Kandidatur «Sion 2026» stösst in der Politik auf heftige Gegenwehr. (10. März 2017)
Olivier Maire, Keystone

Das Internationale Olympische Komitee (IOK) akzeptiert von der Schweiz für die Olympia-Kandidatur «Sion 2026» eine limitierte Defizitgarantie. Ein allfälliges Defizit übernehmen müssen die Unterzeichner des Gastgebervertrags. «Das IOK stellt keinerlei Anforderung, was den Betrag der Defizitgarantie betrifft», schrieb IOC-Exekutivdirektor Christophe Dubi dem Kandidatur-Komitee Sion 2026 Ende der vergangenen Woche.

Faktisch tue dies das IOK zum zweiten Mal, sagte Dubi in einem Interview mit den Zeitungen «Nordwestschweiz» und «Südostschweiz» vom Dienstag. Für die Spiele 2016 sei Chicago Kandidat gewesen und habe ebenfalls eine limitierte Defizitgarantie gehabt. «Damals verlangten wir allerdings noch sehr viel strengere Garantien», sagte Dubi weiter.

Unterschriften entscheidend

Dubi machte auch deutlich, wer im Falle eines allfälligen Defizits zur Kasse geben würde. «Verantwortlich für das Budget sind die Unterzeichner des Gastgebervertrags», sagte er. «Wir verlangen eine Defizitgarantie, weil wir unter allen Umständen verhindern wollen, dass erbrachte Leistungen nicht bezahlt werden», sagte Dubi weiter.

Den Vertrag unterzeichnen könnten Behörden auf verschiedenen Ebene. «Wir sind sehr flexibel geworden: Garantien können aus öffentlichen oder aus privaten Quellen stammen. Versicherungen etwa könnten Budgetposten garantieren. Die Zusammensetzung der Unterzeichner sei sehr wichtig.

Der Bundesrat hatte am vergangenen 18. Oktober entschieden, die Schweizer Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2026 mit vorerst acht Millionen Franken zu unterstützen. Erhält die Schweiz den Zuschlag, will die Landesregierung bis zu fast einer Milliarde Franken ausgeben.

Noch viele Hürden

Für die Durchführung der Spiele haben die Organisatoren Ausgaben von rund 1,98 Milliarden und Einnahmen von 1,15 Milliarden Franken budgetiert. Der Bund will sich mit maximal 827 Millionen Franken beteiligen, im Sinne einer Defizitgarantie. Dazu würde sich der Bund an den Sicherheitskosten sowie an der Anpassung sportlicher Infrastrukturen beteiligen.

Die Beteiligung des Bundes an «Sion 2026» setzt positive Entscheide der Parlamente beziehungsweise des Stimmvolkes in den Durchführungskantonen voraus. Zwingend Ja sagen muss der Kanton Wallis.

(SDA)

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