Schweizer Ski-Festtag im Engadin

Die Schweizerinnen feiern in St. Moritz einen nie erwarteten Doppelsieg. Die Bündnerin Jasmine Flury gewinnt einen Zehntel vor Michelle Gisin. Lara Gut scheidet aus.

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Mit diesem Ergebnis hatte nun wirklich niemand gerechnet. Vor allem nicht zu dem Zeitpunkt, als Lara Gut nach einem Sturz im Schnee lag. Die Tessinerin, in der Vorwoche in Kanada noch hervorragende Zweite, landete mit Nummer 9 im Fangnetz. Die Tessinerin dürfte sich bei diesem Zwischenfall aber nicht verletzt haben. Letzten Winter hatte sie sich in St. Moritz einen Kreuzbandriss zugezogen.

Lara Gut stürzt im Super-G von St. Moritz. (Quelle: SRF 2)

Die Stimmung des Heimpublikums sank durch den Ausfall von Lara Gut merklich, doch dann ereignete sich völlig Unerwartetes, überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst stellte die Engelbergerin Michelle Gisin mit Nummer 12 Bestzeit auf, und wenig später fuhr Jasmine Flury mit Nummer 14 gar noch schneller. Dabei blieb es bis zuletzt. Die Liechtensteinerin Tina Weirather, die Siegerin von Lake Louise, belegte mit 16 Hundertstel Rückstand Platz 3.

Das nötige Quäntchen Glück

Sicher hatten die beiden Schweizerinnen auch von den Verhältnissen profitiert, die sich bei ihnen besser präsentierten als bei vielen Gegnerinnen. Der wechselhafte Wind beeinträchtigte das Rennen markant. Aber man muss die Bedingungen eben auch nutzen können, und dies taten die Schweizerinnen eindrücklich.

Die Siegesfahrt von Jasmine Flury. (Quelle: SRF 2)

«Ich weiss nicht was ich sagen soll. Unglaublich, mega cool», sagte Flury in einer ersten Reaktion gegenüber dem Schweizer Fernsehen, «alles war super bei mir, kein Wind, gute Sicht, Sonne.» Die Bündnerin hatte in der Vorwoche in Lake Louise den 7. Platz belegt, womit sie ihr Potential ein weiteres Mal andeutete.

Ihre bisher beste Leistung war ihr letzten Winter bei der Olympia-Hauptprobe in Südkorea gelungen. Dort war die 24-Jährige aus Davos Fünfte geworden. Ganz aus dem Nichts kam ihr Erfolg sicher nicht.

Gisin bestätigt starke Form

Michelle Gisin hatte in Lake Louise als Dritte der zweiten Abfahrt überrascht, ihrem ersten Podestplatz im Speed-Bereich. Im Super-G steigerte sie ihren Bestwert deutlich. Im Dezember des letzten Jahres hatte die Engelbergerin in Val d'Isère Platz 8 belegt.

Das Ganze erinnerte an den bisher letzten doppelten Schweizer Erfolg im Super-G. Den hatte es vor acht Jahren in Val d'Isère gegeben. Im Dezember 2009 errang damals Fränzi Aufdenblatten vor Nadia Styger ihren einzigen Sieg im Weltcup.

Doch noch eine Kombination in St. Moritz

Die Frauen tragen im Obeerengadin doch noch eine Kombination aus. Der erste Wettkampfteil am Sonntag ist der im ursprünglichen Programm stehende Super-G, der ausserdem als separates Rennen gewertet wird. Der Start zum Super-G erfolgt um 10.30 Uhr, der Slalom-Lauf für die Kombination folgt ab 13.30 Uhr.

Der erste Versuch, die Kombination durchzuführen, musste am Freitag nach dem Slalom, der als erste Disziplin ausgetragen wurde, abgebrochen werden. Der Super-G konnte wegen Nebels nicht gefahren werden.

Nach dem Abbruch hatten die Vertreter des Internationalen Skiverbandes FIS die endgültige Absage der Kombination verkündet. Die Verschiebung auf den Samstag war gescheitert, weil das entsprechende Preisgeld nicht zur Verfügung gestanden hat. Mittlerweile haben die örtlichen Organisatoren eine Lösung präsentieren können.

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