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Morgenstern holt Gold – Ammann Vierter

Die Serie der vierten Plätze hat von den Schweizer Alpinen auf die Nordischen übergegriffen: Simon Ammann landet im WM-Springen von der Normalschanze 4,6 Punkte hinter dem Bronze-Platz.

An der Medaille vorbeigeflogen: Simon Ammann.
An der Medaille vorbeigeflogen: Simon Ammann.
Keystone

Zwei Ränge und 3,4 Punkte hätte Simon Ammann im zweiten Durchgang gutmachen müssen, um seine fünfte WM-Medaille zu gewinnen. Doch Ammann verbesserte sich lediglich vom 5. auf den 4. Rang. Auf dem Podest standen so die beiden Österreicher Thomas Morgenstern und Andreas Kofler sowie der Pole Adam Malysz.

«Das Resultat ist sicher nicht schön für unser Land», sagte Ammann mit Blick auf die Serie von vier ledernen WM-Medaillen der Alpinen. «Aber ich bin mir nicht zu böse». Der Schweizer wusste, dass ihm die zwei Österreicher und Malysz am Samstag am Holmenkollen überlegen waren.

Ammann, der an Grossanlässen schon oft das Glück auf seiner Seite hatte, wusste zunächst nicht recht, wie er auf die undankbarste Platzierung bei Titelkämpfen reagieren sollte. Von einer grossen Enttäuschung wollte er nicht sprechen, es war ihm aber klar, dass es an einem perfekten Tag zur Medaille gereicht hätte. Seine Anlaufgeschwindigkeit war hervorragend, währen das feine Gespür für die Körperspannung und den perfekten Absprung etwas fehlte. «Die Sprünge kamen nicht so saftig», sagte er.

«Für die Siegerehrung werden die besten sechs aufgeboten. Und da neben dem Podest zu stehen, ist schon hart», betonte Ammann. Andererseits habe er in seiner Karriere auf solche Ergebnisse auch schon mit Frust reagiert und seinem Ärger freien Lauf gelassen. «Aber das hat mich dann auch nicht weitergebracht.»

Diesmal nicht ein Zehntelspunkt

Am Sieg von Morgenstern gab es nichts zu rütteln. Der Saisondominator fand nach einer kleinen Baisse im Weltcup, den er sich bereits vorzeitig gesichert hat, auf die Titelkämpfe hin wieder zur Topform. Seinen bestechenden Eindruck aus dem Training bestätigte der Kärtner mit 101,5 und 107 m im Wettkampf. Dies bedeutete jeweils Bestweite. Die Differenz zum zweitklassierten Kofler betrug diesmal 9,1 Punkte; an den Olympischen Spielen 2006 in Turin war es die kleinstmögliche Differenz von einem Zehntel gewesen.

Der 24-Jährige schloss in seinem Palmarès eine Lücke, die bei Ammann wegen des fehlenden Sieges an der Vierschanzentournee noch klafft. Morgenstern hat als vierter Skispringer die Big Four geschafft. Die vier Eckpunkte bilden seit der Einführung des Weltcups in der Saison 1979/80 der Einzel-Olympiasieg, die grosse Kristallkugel, der Sieg an der Vierschanzentournee und der Weltmeistertitel. Einzig der exzentrische Finne Matti Nykänen, der deutsche Jens Weissflog und der Norweger Espen Bredesen haben in der Neuzeit den Grand Slam eingeheimst. «Ich habe beispielsweise nie einen Alpencup gewonnen», sagte Morgenstern auf der Suche nach ihm noch fehlenden Siegen und sorgte für Gelächter bei der Pressekonferenz; er hätte auch den WM-Titel im Skifliegen nennen können.

Routinier Malysz freute sich über die Bronzemedaille, weil es mit seinen 33 Jahren keine Selbstverständlichkeit ist, dass er immer noch in der Spitze mitmischt. «Es wird immer schwieriger, mit diesen jungen Leuten um Medaillen zu kämpfen», sagte der Pole nach seiner 10. Einzelmedaille an Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften.

Küttel im Finaldurchgang

Für Andreas Küttel verlief der zweitletzte Einzel-Wettkampf seiner Karriere positiv. Der Einsiedler schaffte erstmals in diesem Winter die Qualifikation für einen Finaldurchgang. Als 30. rutschte er gerade noch rein, im zweiten Durchgang verbesserte er sich mit einem Sprung auf 93 m noch um eine Position. «Ich bin zufrieden, es waren gute Sprünge mit viel Herz», sagte er. Pascal Egloff (43.) und Marco Grigoli (45.) sprangen beide 86,5 m weit und wollen sich am Sonntagnachmittag im Teamspringen (ab 15 Uhr) steigern.

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