Russen setzten Spione auf Samuel Schmids Doping-Kommission an

Überwachte Sitzungszimmer, kein Internet: Wie die IOK-Ermittler unter Vorsitz von Alt-Bundesrat Schmid sich vor den Augen und Ohren des Kreml zu schützen suchten.

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Die IOC-Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von Alt-Bundesrat Samuel Schmid zu mutmasslichem Doping-Betrug in Russland ist Ziel von russischen Spionen in der Schweiz gewesen.

Im Interview mit der «Schweiz am Wochenende» äusserte sich Schmid zum Vorfall. Während einer Konferenz der Welt-Anti-Doping-Agentur habe sich eine Delegation eines russischen Nachrichtendienstes im selben Hotel befunden, sagte Schmid in dem am Samstag publizierten Interview. «Das machte uns klar: Wir sind ein konkretes Angriffsziel.» Es habe auch Hacker-Angriffe gegeben, sagte Schmid weiter. Konkrete Angaben dazu machte er allerdings nicht.

Arbeiten mit Agentenmethoden

Der ehemalige Verteidigungsminister und Jurist Schmid hatte vorgesorgt: Sekretärinnen hätten auf Computern gearbeitet, die nicht am Netz angeschlossen gewesen seien. Die Rollläden der Büros der fünfköpfigen Kommission seien geschlossen gewesen, Sitzungszimmer und Vorgärten seien überwacht worden. Es sei auch regelmässig auf Abhöranlagen untersucht worden, und die Kommissionsmitglieder hätten keine elektronischen Geräte in den Raum mitgenommen.

Die seit 2016 unter der Leitung Schmids stehende Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kam zum Ergebnis, dass es während Jahren und bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi ein systematisches Dopingsystem in Russland gegeben hatte. Das IOC schloss darum am Dienstag Russland von den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea aus, erlaubt aber nachweislich sauberen russischen Athleten die Teilnahme unter Olympischer Flagge.

Russland bestreitet die Vorwürfe, es betreibe Staatsdoping. Staatspräsident Wladimir Putin bezeichnete die Sanktionen des IOC als «politisch motivierte Kollektivbestrafung». (rub/si)

Erstellt: 09.12.2017, 08:51 Uhr

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