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Sie könnten Nordkorea an Olympia vertreten

Kim Jong-un möchte Athleten an die Winterspiele in Südkorea schicken. Doch gibt es überhaupt Kandidaten?

Haben sich für Olympia qualifiziert: Ryom Tae-Ok und Kim Ju-Sik.
Haben sich für Olympia qualifiziert: Ryom Tae-Ok und Kim Ju-Sik.
Reuters
Die Nordkoreaner harmonieren als Eiskunstlauf-Paar.
Die Nordkoreaner harmonieren als Eiskunstlauf-Paar.
Reuters
Ob sie in Südkorea an den Start gehen dürfen ist allerdings noch unklar. Das IOK hat ihnen immerhin einen Startplatz freigehalten.
Ob sie in Südkorea an den Start gehen dürfen ist allerdings noch unklar. Das IOK hat ihnen immerhin einen Startplatz freigehalten.
Reuters
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Keine hundert Kilometer trennen Nordkoreas Staatsgebiet von den olympischen Sportstätten in Pyeongchang. Noch vor dem Jahreswechsel wirkte es, als sei dies für die Athleten aus dem abgeschotteten Norden eine unüberbrückbare Distanz. Nach der Neujahrsansprache des Machthabers Kim Jong-un scheint nun die Möglichkeit näher zu rücken, dass vor der Eröffnungsfeier der Winterspiele am 9. Februar tatsächlich eine nordkoreanische Delegation die innerkoreanische Grenze passiert. Laut Kim sind die Wettbewerbe in Eis und Schnee ein guter Zeitpunkt, die «Einheit des Volkes» zu demonstrieren.

Wie gross die Delegation werden könnte, ist unklar, so lange die Nachbarländer den sportpolitischen Dialog noch nicht aufgenommen haben. Das Internationale Olympische Komitee (IOK) begrüsste die Gesprächsabsichten am Dienstag und teilte mit, dass «die Einladung» an Nordkorea weiter bestehe.

Sportlich qualifiziert haben sich bisher nur zwei nordkoreanische Athleten: Die Paarläufer Kim Ju-sik, 25, und Ryom Tae-ok, 18, reisten im September bis nach Oberstdorf im Allgäu, um dort mit dem sechsten Platz bei einem internationalen Wettbewerb, der Nebelhorntrophy, einen Quotenplatz für ihr Land zu sichern.

Frist versäumt

Allerdings versäumte es Nordkoreas Olympisches Komitee anschliessend, die Läufer beim IOK namentlich anzumelden, und liess die Registrierungsfrist verstreichen. Der Olympiastartplatz, den sich Kim Ju-sik und seine Partnerin Ryom Tae-ok erobert hatten, wurde daraufhin von der internationalen Eislauf-Föderation an ein Paar aus Japan weitergereicht.

An einem kleinen bürokratischen Säumnis solle das grosse geopolitischen Tauwetter jedoch nicht scheitern, erklärte ein IOK-Sprecher am Dienstag: «Wir können bestätigen, dass wir diesen Platz für das nordkoreanische Paar offenhalten.» Offiziell vergibt das IOC keine Wildcards oder sonstige Sonderplätze für die Winterspiele. Es weist aber darauf hin, dass in einigen Sportarten die Qualifikationswettkämpfe für Pyeongchang noch nicht abgeschlossen seien. Gut möglich also, dass sich Wege finden lassen, die nordkoreanische Reisegruppe personell etwas aufzustocken.

2014 nicht dabei

Nordkorea hatte 1964 erstmals an Winterspielen teilgenommen. Bei den Sommerspielen 2000 und 2004 marschierten die beiden koreanischen Staaten hinter einer Fahne ein, traten aber als separate Mannschaften an. Bei den Winterspielen 2014 in Sotschi war die Diktatur nicht vertreten.

In den vergangenen Monaten aber hat das Regime in Pyongyang keine Mittel gescheut, um zumindest die Paarläufer Kim Ju-sik/ Ryom Tae-ok auf internationales Niveau zu bringen: Nach der WM 2017 durften die Athleten, begleitet von einem Coach und einem Delegationsleiter, bei dem Kanadier Bruno Marcotte in Montreal trainieren. In Oberstdorf gaben sie sogar eine Pressekonferenz nach ihrer Olympiaqualifikation. Fragen zu den Spielen in Pyeongchang waren freilich nicht erlaubt. In ihrem Programm geben sie sich weltläufig: In der Kurzkür laufen die Nordkoreaner zur Musik der Beatles.

Video – Südkorea bietet Norden zügige Gespräche an

Es ist eine Geste und eine Einladung zum Abbau von Spannungen: Südkorea hat dem Norden zügige Gespräche angeboten. (Video: Reuters)

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