Von Siebenthal überzeugt, Cologna scheitert früh

Nathalie von Siebenthal holt im Val Müstair Bonussekunden. Dario Cologna kann die gute Qualifikation nicht bestätigen.

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Mit Nathalie von Siebenthal holte der Schweizer Trumpf der Frauen mit Blick auf Gesamtklassement der Tour de Ski beim Sprint im Val Müstair Bonussekunden. Die Berner Oberländerin stiess in die Viertelfinals vor.

Die 25-Jährige belegt im Zwischenklassement mit 1:53 Minuten den 15. Zwischenrang. Die Führung übernahm die Amerikanerin Jessica Diggins, eine Sekunde vor der Norwegerin Ingvild Flugstad Östberg. Beide Läuferinnen waren im Final gegen die Tagessiegerin Stina Nilsson chancenlos. Die Schwedin, die 60 Bonussekunden einstrich, dürfte das Etappenrennen aber nicht zu Ende laufen.

Die Attraktion als Falle

Die Kamelbuckel, die als Attraktion in die eh schon happige Sprint-Strecke eingebaut wurden, warfen ausgerechnet Nadine Fähndrich ab. Die Luzernerin verlor nach einem Verschneider zwischen den Wellen das Gleichgewicht. Fähndrich war mit hohen Ambitionen in dieses Rennen gestiegen und hatte dies mit einem 3. Rang in der Qualifikation untermauert. "Ich bin selber schuld", sagte sie. Man spürte allerdings, dass sie das frühe Out nicht einfach als Zwischenfall abhaken konnte. Die Enttäuschung sass tief.

Auch die zweifache Weltcupsiegerin Laurien van der Graaff erwischte einen schlechten Start ins Jahr 2019. Sie kam in ihrem Viertelfinal, den sie zusammen mit Nathalie von Siebenthal bestritt, gleich zweimal zu Fall - beide Male selbst verschuldet. Im happigen Anstieg blieb sie mit einem Ski hängen, in der Zielkurve wählte sie die Innenbahn und hatte zumindest eine kleine Mitschuld am Sturz von Heidi Weng, die sie dann mit zu Boden riss. Die Profiteurin hiess Von Siebenthal, die als Vierte ins Ziel kam.

Die Leaderin Natalia Neprjajewa schied etwas überraschend in den Viertelfinals aus. Die Russin, die in Toblach über 10 km Skating ihren ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, gilt als Allrounderin. Ihr zuvor bestes Resultat war der 4. Rang von vor etwas mehr als zwei Wochen im Sprint von Davos gewesen. Neprjajewa ist nun mit 15 Sekunden Rückstand Dritte.

Klaebo wieder in Front

Dario Cologna hält beim Sprint in seiner Heimat im Val Müstair den Schaden im Gesamtklassement halbwegs in Grenzen. Der vierfache Olympiasieger stösst bis in die Viertelfinals vor.

Der Norweger Johannes Hösflot Klaebo kam wie erwartet zu einem weiteren Sieg. Er liess dem Italiener Federico Pellegrino und dem Russen Sergej Ustjugow als erste Verfolger keine Chance. Klaebo übernahm nach der dritten von sieben Etappen wieder die Führung im Gesamtklassement.

Sollte er die Tour de Ski durchlaufen und auch gewinnen, würde Klaebo Cologna als jüngsten Tour-de-Ski-Sieger ablösen. Eher stärker einzustufen sind allerdings die beiden Russen Ustjugow und Alexander Bolschunow. Ihr Rückstand beträgt bloss 12 beziehungsweise 25 Sekunden.

Cologna kann gute Leistung nicht bestätigen

Die Qualifikation auf dem sehr anspruchsvollen, 1,4 km langen Parcours hatte Cologna auf den Skating-Latten als Achter souverän überstanden. Die erste K.-o-Runde überstand er allerdings nicht, was ihn doch wichtige Bonussekunden kostete.

In der Overall-Wertung belegt der vierfache Tour-de-Ski-Sieger nun den 17. Rang mit 2:05 Minuten Rückstand. Zwar folgen nun in Oberstdorf und im Val di Fiemme vier längere Etappen, aber zu einem Podestplatz besteht doch schon eine grosse Lücke.

Von den vier Schweizern in den Top 30 stiess einzig Roman Furger in die Halbfinals vor. Dort war er gegen die fünf Schnellsten des Prologs chancenlos. Gleichwohl zeigte er eine starke Leistung. Der Urner war zwei Sekunden schneller als im Prolog. (sda/tzi)

Erstellt: 01.01.2019, 14:42 Uhr

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