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Wenn Schweizer Langläufer nur Aussenseiter sind

Dem Schweizer Langlauf-Team kommt an der heute in Oberhof beginnenden Tour de Ski für einmal keine Hauptrolle zu. Der Ausfall von Dario Cologna wiegt zu schwer.

Gezwungenermassen der neue Leader im Schweizer Team: Curdin Perl.
Gezwungenermassen der neue Leader im Schweizer Team: Curdin Perl.
Keystone

Für Norwegen ist die Chance auf den ersten Gesamtsieg so gross wie selten zuvor. Im Kampf um den Gesamtsieg wird der russische Titelverteidiger Alexander Legkow vom norwegischen Gesamtweltcup-Leader Martin Johnsrud Sundby herausgefordert. Mit Spannung erwartet wird der Auftritt von Petter Northug, der nach Trainingsrückstand zuletzt weit von der Bestform entfernt war. Nicht gemeldet für die Tour ist dagegen der Russe Maxim Wylegschanin, der das Ziel auf der Alpe Cermis bei der letzten Austragung hinter Legkow und Cologna als Dritter erreicht hatte.

Bei den Frauen setzen die Norwegerinnen alles daran, erstmals die Siegerin zu stellen. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht – erst recht nach dem Verzicht der polnischen Olympiasiegerin Justyna Kowalczyk. Die vierfache Gewinnerin der Tour de Ski teilte wenige Stunden vor dem Prolog in Oberhof mit, aus gesundheitlichen Gründen nicht zu starten. Als Favoritin gilt Marit Björgen, die vor Jahresfrist wegen Herzrhythmusstörungen fehlte. Im bisherigen Saisonverlauf präsentierte sich die dreifache Olympiasiegerin und zwölffache Weltmeisterin in ausgezeichneter Form. Ihre stärkste Widersacherin dürfte in Abwesenheit der Schwedin Charlotte Kalla und von Kowalczyk die Teamkollegin Therese Johaug sein. Der zierlichen Nordländerin kommt der Schlussaufstieg zur Alpe Cermis aufgrund ihrer Kletterfähigkeiten besonders entgegen.

Nur der kleine Cologna sorgt für Lichtblicke

Dass Dario Cologna für den hiesigen Langlaufsport eine unverzichtbare Ausnahmeerscheinung darstellt, ist im Prinzip hinlänglich bekannt. Seit einem Monat wird dies aus Schweizer Sicht beim Blick auf die Resultatblätter im Weltcup allerdings erst richtig offensichtlich. Während die Sprinter das eine oder andere Ausrufezeichen setzen und zuletzt dank Gianluca Colognas Podestplatz in Asiago gar für ein Highlight sorgen konnten, gelangen den Distanzläufern bislang noch keine Exploits. Eine Klassierung unter den ersten 15 sucht man bislang vergeblich.

«Natürlich werden wir Dario vermissen», gab die Schweizer Cheftrainerin Guri Hetland unumwunden zu, nachdem Colognas Comeback erst für Mitte Januar hatte angekündigt werden können. Welch grosse Lücke Cologna im Schweizer Team hinterlässt, verdeutlicht die Tatsache, dass er die vergangenen fünf Austragungen des prestigeträchtigen Etappenrennens als einziger Langläufer stets mit einem Podestplatz beendet hat.

Perl und seine neue Funktion als Teamleader

Nach der Verletzung Colognas wurde Curdin Perl von vielen als temporärer Teamleader gesehen. In der neuen Rolle erlebte der 29-jährige Engadiner allerdings einen enttäuschenden Saisonstart. Er sei noch nicht wirklich voll bereit, liess der Tour-de-Ski-Vierte von 2011 nach dem Weltcup in Davos verlauten. Gleichwohl war bei Perl zuletzt eine Aufwärtstendenz erkennbar. "Er wird sich an der Tour weiter steigern", ist Hetland überzeugt.

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