Nervös? Nicht Beat Feuz

Der Emmentaler hat die Saison verhalten begonnen. Die wichtigen Rennen kommen aber erst, sagt er. Etwa am Wochenende in Wengen, wo er sich sehr viel zutraut.

Riesige Vorfreude auf seine Lieblingsstrecke: Beat Feuz in Wengen. Foto: Raisa Durandi

Riesige Vorfreude auf seine Lieblingsstrecke: Beat Feuz in Wengen. Foto: Raisa Durandi

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Es war ein Kaltstart für Beat Feuz. Sein Saisonauftakt mitten im letzten Winter, im Januar, am Lauberhorn. Gerade eben hatte er sich vom Teilabriss seiner rechten Achillessehne und der anschliessenden Operation überraschend schnell erholt, reiste nach Wengen, ohne zuvor auch nur einmal auf Abfahrtsski gestanden zu sein - und wurde Elfter.

Es war der Start zu einem fulminanten Frühjahr für den Emmentaler. Feuz stand in Kitzbühel auf dem Abfahrtspodest, in Garmisch und Chamonix, ehe er beim Finale in St. Moritz Super-G und Abfahrt gewann. Aus dem Nichts. Beat Feuz, das Phänomen.

Positivdenker in jeder Situation

Ein Jahr später ist vieles anders beim 28-Jährigen, zumindest auf den ersten Blick. Zwar kam er auch diesmal nicht ohne Probleme durch die Vorbereitung - wie könnte es auch anders sein bei ihm, der nicht einmal selber weiss, wie oft er am linken Knie operiert wurde. Zehnmal? Oder elfmal? Nun allerdings war es eine vergleichsweise harmlose Mittelohrentzündung, die ihn zu einer dreiwöchigen Pause zwang, und eine Gesichtslähmung, die ziemlich schnell wieder verschwand. Feuz startete mit den anderen Speedfahrern in die Saison.

Weil er das für seine Verhältnisse aber bescheiden tat und der 6. Platz beim Super-G von Val-dIsère zum Auftakt sein Bestresultat blieb, ist eben doch nicht allzu vieles anders in diesem Jahr. Irgendwie beginnt für den Lauberhornsieger von 2012 auch wieder hier der Winter, auf seiner Lieblingsstrecke im Berner Oberland. So richtig zumindest.

Feuz sitzt im Teamhotel der Schweizer an einem Tisch und sagt: «Die ersten Rennen sind nicht ideal verlaufen, ich hatte mehr erwartet. Aber ich weiss, woran es lag: an mir, an meinen Fehlern.» Aber eben auch: «Jetzt kommen erst die Klassiker. Die zählen wirklich etwas.»

Feuz wäre nicht Feuz, würde er sich aus der Ruhe bringen lassen, würde er nervös werden, sich hinterfragen, weil es noch nicht geklappt hat mit einem Podestplatz, ausgerechnet in diesem Winter, dem Winter der Heim-WM in St. Moritz. «Ich habe noch ein paar Rennen, ein paar Wochen Zeit für ein Topresultat», das ist seine Antwort. Knapp vier Wochen sind es noch bis zum WM-Super-G. Und wenn es auch bis dahin nichts wird mit einer Fahrt nach ganz vorn? «Grossanlässe haben ihre eigenen Gesetze. Es gewinnt nicht immer der Favorit», sagt Feuz, der Positivdenker in jeder Situation, der diese Eigenschaft in sich trägt, in sich tragen muss, sonst wäre er an seiner Verletzungsgeschichte längst zerbrochen.

Exploits im Training

Natürlich aber würde er viel lieber mit einem oder mehreren Top-3-Rängen ins Bündnerland reisen - «es wäre gut fürs Selbstvertrauen.» Das Lauberhorn eignet sich bestens dafür. Auch wenn den Schweizern zuvor nicht viel glückte: An ihrem Berg haben sie oft brilliert. «Deshalb sind wir hier auch so positiv gestimmt», sagt Feuz. «Wir freuen uns unglaublich auf dieses Rennen vor Heimpublikum. Ich glaube, dass wir darum hier auch immer so stark sind, weil wir noch mehr fokussiert sind als sonst und die Vorfreude noch grösser ist.»

Wie motiviert er ist für den ersten Höhepunkt der Saison, lassen seine ersten zwei Fahrten auf jeweils verkürzter Strecke erahnen: Es gab die Plätze 3 und 5. Diese kommen Exploits gleich für Feuz, der selten bereits im Training zu den Besten gehört. «Wenn ich die Fehler ausschalten kann, dann ist vieles möglich nach vorn», sagt er.

Feuz möchte die Saison am Lauberhorn lancieren. So richtig.

Erstellt: 12.01.2017, 14:27 Uhr

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