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Yule wieder Dritter – Schneebälle gegen Kristoffersen

Der Schweizer Daniel Yule fährt in Schladming aufs Podest. Der Zweitplatzierte wird unfair angegangen.

<i>Kristoffersen nervt sich über die geworfenen Schneebälle. (Quelle: SRF)</i>

Daniel Yule dürfte sich in diesen Tagen vorkommen wie im Ski-Wunderland. Da rennt – oder besser fährt – der Walliser Mal für Mal an, Slalom für Slalom, wird Vierter, Fünfter, Sechster, Siebter, alles, von Position 4 bis 17. Nur: Auf dem Podest, da steht er nie. Dann kommt Kitzbühel, ein grosses Rennen nicht nur für die Abfahrer, sondern auch für die Techniker. Yule schafft den Coup, wird Dritter.

Es folgt Schladming, das grösste Spektakel überhaupt für die Tänzer zwischen den Stangen, 50 000 Zuschauer, Hexenkessel, bei Nacht. Und Yule? Der fährt auch zwei Tage nach seiner ­Premiere als Dritter aufs Podest.

Der 24-Jährige hat sich längst dort ­gesehen, inmitten der Besten seines Fachs. Dass das so ist, beweist er nach dem Rennen, als er sich nicht nur überschwänglich freut, sondern auch einen Makel findet: «Ich habe über zwei ­Sekunden auf den Sieger verloren. Ich wäre schon zufriedener, wären es etwas weniger gewesen.»

Nur hiess der Sieger eben einmal mehr Marcel Hirscher, nicht nur für Yule «ein Ausserirdischer». Dieser Alles-oder-nichts-Fahrer, für den es so oft alles wird, scheint die Grenzen der Physik verschieben zu können. Er fuhr auch auf der ­Planai derart am Limit, dass er es gar nicht verhindern konnte, es auch ab und an zu überschreiten. Und doch rettet sich der 28-Jährige immer wieder – und ist dabei erst noch schnell. Zum neunten Mal in diesem Winter war er der Schnellste, 54 Siege hat Hirscher nun bereits gefeiert – und damit Hermann Maier eingeholt.

Wundermittel ohne Wirkung

Und wieder brachte er den Mann zur Verzweiflung, der vor zwei Jahren der beste Slalomfahrer war: Henrik Kristoffersen. Das Wundermittel, das dieser am Sonntag entdeckt zu haben schien, hat seine Wirkung offenbar schon wieder verloren. Nachdem der Norweger ­Hirscher in Tirol auf Rang 2 verdrängt hatte, musste sich nun er mit dieser Position begnügen – zum achten Mal in dieser Saison, zum fünften Mal hinter dem Gesamtweltcupsieger der letzten sechs Jahre. Hirscher hat auch jetzt wieder einen Vorsprung von 174 Punkten. Auf? Richtig: auf Kristoffersen.

Dieser machte seinem Unmut gestern wieder einmal Luft – so, wie er das diese Saison schon oft getan hatte. Nur war es diesmal nicht nur Hirscher, der ihn zur Verzweiflung trieb. Es waren auch die paar Zuschauer, die vom Streckenrand Schneebälle in Richtung des 23-Jährigen geworfen hatten – und damit nur eines bewiesen: Wie fehl am Platz sie doch waren bei diesem grossen Skifest.

Schladming (AUT). Weltcup-Slalom der Männer:

1. Marcel Hirscher (AUT) 1:43,56.

2. Henrik Kristoffersen (NOR) 0,39 zurück.

3. Daniel Yule (SUI) 2,13.

4. André Myhrer (SWE) 2,18.

5. Manfred Mölgg (ITA) 2,33.

6. Clément Noël (FRA) 2,43.

7. Stefano Gross (ITA) 2,47.

8. Manuel Feller (AUT) 2,49.

9. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 2,97.

10. Jonathan Nordbotten (NOR) 3,02.

Ferner: 13. Ramon Zenhäusern (SUI) 3,43. 14. Luca Aerni (SUI) 3,44. - 26 der 30 Finalisten klassiert. - Ausgeschieden u.a.: Michael Matt (AUT).

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