Neymar lässt ganz Brasilien träumen

Zwei Tore und drei Assists beim 6:0-Kantersieg im Halbfinal gegen Honduras: Dank Neymar Junior fehlt Brasiliens Männerteam nur noch ein Sieg zur wichtigsten Goldmedaille.

Neymar dreht nach dem schnellsten Tor der Olympa-Geschichte ab.

Neymar dreht nach dem schnellsten Tor der Olympa-Geschichte ab. Bild: Keystone

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Das Selbstwertgefühl der stolzen Sportnation hatte in den letzten Tagen gelitten: Brasiliens Fussball-Frauen scheiterten vorzeitig, die Volleyballerinnen auch und im Beachvolleyball findet an der Copacabana nur ein Final mit Beteiligung wenigstens eines einheimschen Paars statt.

Umso wichtiger wurde nun das Abschneiden der Fussball-Equipe, eine wichtigere Goldmedaille gibt es für das Gastgeberland nicht. Praktisch alle Hoffnungen waren mit einem Mann verbunden: Neymar da Silva Santos Junior. Und der Superstar des FC Barcelona enttäuschte seine 205 Millionen Landsleute im Halbfinal gegen Honduras nicht. Im Gegenteil - er erzielte im Halbfinal nach 15 Sekunden den Führungstreffer, es war das schnellste Tor in der Geschichte olympischer Fussballturniere, bei Männern oder Frauen. Und weiteres Balsam für das Nervenkostüm der «Seleçao», die nach den beiden anfänglichen Nullnummern gegen Südkorea und Irak harscher Kritik ausgesetzt waren.

Seither läuft es aber rund und die Steigerung des Teams ist eng verbunden mit derjenigen von Neymar. Der Captain traf gegen Kolumbien mittels Freistoss und nimmt seither die Geschicke seiner Equipe immer mehr in die Hand. Gegen Honduras ging das so weit, dass er vor einem Corner die fanatischen Fans zu noch mehr Unterstützung aufforderte. Schon vor der Pause und nach zwei Toren von Gabriel Jesus war dann der Finaleinzug sichergestellt. Neymar gab zu beiden Toren die Vorlage, wie auch zum 4:0 von Marquinhos. In der Nachspielzeit fixierte er per Foulpenalty das Schlussresultat.

Silber hat Brasiliens Team auf sicher, der 2. Rang käme aber in den Augen des so anspruchsvollen Publikums gleichwohl einem monumentalen Scheitern gleich, obwohl das Land im Männer-Fussball noch nie eine Goldmedaille bejubeln konnte. Den totalen Triumph verhindern kann nun nur noch der Sieger der Partie zwischen Deutschland und Nigeria. Gerade ein Vergleich mit dem aktuellen Weltmeister wäre eine Sache der nationalen Ehre. Das 1:7-im WM-Halbfinal 2014 gilt bis heute als Mutter aller Niederlagen. Neymar fehlte damals verletzt.

Erstellt: 17.08.2016, 20:04 Uhr

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