Olympiasieger in Rio mit Pistole bedroht

Der US-Schwimmstar Ryan Lochte dürfte das Ende seiner Partynacht noch lange in Erinnerung behalten.

Erlebte in Rio einen Schreckmoment: Ryan Lochte.

Erlebte in Rio einen Schreckmoment: Ryan Lochte. Bild: Keystone

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Das vergangene Wochenende in Rio de Janeiro dürfte Ryan Lochte niemals vergessen. Am Samstag endete seine ruhmreiche Karriere mit sechs Goldmedaillen an Olympischen Spielen, am Sonntagmorgen erlebte er den Schrecken seines Lebens, als er, gemeinsam mit drei Teamkollegen, auf dem Heimweg nach einer Partynacht um drei Uhr morgens überfallen wurde.

Wie ein Sprecher des US-Olympiakomitees bestätigte, sei das Taxi, in dem Lochte, Gunnar Bentz, Jack Conger und Jimmy Feigen sassen, von als Polizeibeamte verkleideten Kriminellen angehalten worden. «Den Athleten wurden Geld und persönliche Gegenstände entwendet. Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut, und sie kooperieren vollständig mit den Behörden», so der Sprecher weiter.

Während Bentz sich gegenüber der «New York Times» zum Vorfall nicht äussern wollte, erzählte Lochte NBC News seine Erlebnisse der Schreckensnacht: «Die Männer zeigten uns ihre Polizeimarke. Da war kein Licht, nichts, nur diese Marke. Dann zückten sie die Waffe und schrien uns an, wir sollten uns auf den Boden legen.» Lochtes drei Teamkollegen seien sofort zu Boden gegangen, während der 20-fache Kurzbahn- und 17-fache Langbahnweltmeister sich weigerte. «Schliesslich haben wir ja nichts falsch gemacht», dachte sich Lochte.

Dann wurde es richtig ungemütlich: «Einer der Männer erhob seine Pistole, drückte das Ende des Laufs an meine Stirn und sagte: ‹Leg dich hin!› Ich nahm meine Hände hoch, dann legte ich mich hin.» Den Schwimmern wurden die Portemonnaies entwendet, das Handy und die Pässe liessen die Kriminellen jedoch bei ihren Besitzern. Am Sonntagabend meldete sich Lochte dann auch noch via Instagram und beruhigte seine Fans mit den Worten «Wir sind in Sicherheit und unverletzt».

Trotz des Vorfalls wollte Brasiliens Sportminister Leonardo Picciani nichts von unsicheren Spielen wissen. Er gab den Schwimmern eine Mitschuld am Vorfall, weil sie die sichere Olympiazone verlassen hatten. Gegenüber der Zeitung «Estadão» sagte Picciani: «Die Sicherheitsmassnahmen während der Spiele waren absolut effizient. Die Delegationen hatten kein Problem, die Zuschauer mit Tickets hatten kein Problem, und auch die Athleten hatten im olympischen Dorf und auf dem Weg zu Training und Wettkämpfen überhaupt kein Problem.»

Vor den Spielen war die hohe Kriminalitätsrate in Rio eine grosse Sorge. Unter anderem wurde der Sicherheitschef in der Nacht der Eröffnungszeremonie ausgeraubt und zwei australische Rudertrainer in der Nähe von Ipanema überfallen. Der Angriff auf Lochte und seine Landsleute war jedoch der traurige Höhepunkt der Kriminalität bisher. (fas)

Erstellt: 15.08.2016, 11:19 Uhr

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