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Neues im MusikstreamingSpotify erschliesst neue Länder und bringt mehr Soundqualität

Der schwedische Streamingdienst hat viel vor: Er expandiert, startet weitere Podcasts und bringt ein neues Hi-Fi-Abo.

Spotify-Chef Daniel Ek rührt 2021 mit der grossen Kelle an.
Spotify-Chef Daniel Ek rührt 2021 mit der grossen Kelle an.
Foto: Peter Brinch (Spotify)

In einer gestreamten Medienveranstaltung hat Spotify einige ambitionierte Pläne für das neue Jahr bekannt gegeben. Der schwedische Streaminganbieter expandiert: Er erschliesst mehr als 80 neue Territorien und will damit über eine Milliarde Leute zusätzlich erreichen können.

Und trotz der Kritik, dass es schon viele Podcasts mit älteren Herren gibt, hat Spotify genau einen solchen angekündigt: Ex-Präsident Barack Obama spricht mit Bruce Springsteen darüber, was es heisst, in den USA geboren zu sein (lesen Sie hier die Kritik der ersten Episode).

Der achtteilige Podcast mit Bruce Springsteen und Barack Obama wurde bei Springsteen zu Hause in New Jersey aufgenommen.
Der achtteilige Podcast mit Bruce Springsteen und Barack Obama wurde bei Springsteen zu Hause in New Jersey aufgenommen.
Foto: Rob DeMartin/Spotify (Keystone)

Eine Ankündigung betrifft auch das Kerngeschäft: Spotify lanciert im Lauf des Jahres das Hi-Fi-Abo, mit dem sich Musik ohne verlustbehaftete Kompression in der Qualität einer Audio-CD wiedergeben lässt. Weiteres wurde nicht preisgegeben, sodass offenbleibt, wann die Funktion verfügbar sein wird und welcher Aufschlag für den besseren Sound zu bezahlen sein wird.

Spotify ist im Vergleich zur Konkurrenz spät dran: Amazon hat bei seinem Streamingdienst schon im September 2019 ein Abo für Musikliebhaber gestartet: Music HD kostet 15 Euro pro Monat gegenüber 10 Euro für die normale Qualität. Und es gibt bei Amazon auch fünf Millionen Songs in Ultra-HD.

Den Qualitätsunterschied bei unkomprimierter oder sogar hochaufgelöster Musik hört man mit diesen Kopfhörern mutmasslich nicht – dafür braucht es das teure Equipment.
Den Qualitätsunterschied bei unkomprimierter oder sogar hochaufgelöster Musik hört man mit diesen Kopfhörern mutmasslich nicht – dafür braucht es das teure Equipment.
Foto: PD

Bei der sogenannten hochauflösenden Musik streamt man Musik mit einer Bitrate, die weit über die einer CD hinausgeht. Das ermöglicht es zumindest theoretisch, Details zu erfassen, die bei der CD verloren gehen – doch für dieses Hörerlebnis braucht es einerseits eine hochwertige Ausrüstung, andererseits auch ein hervorragendes Gehör.

Qualitätsoffensive von Jay-Z

Die hochauflösende Tonqualität ist das zentrale Merkmal des Streamingdienstes Tidal, der ursprünglich aus Norwegen stammt und 2015 von einer Gruppe von Künstlern übernommen wurde, darunter Jay-Z, Beyoncé, Rihanna, Kanye West und Daft Punk. Er liefert in der «Masters»-Kategorie die Soundqualität aus dem Aufnahmestudio, bei der etwa die achtfache Datenmenge einer CD anfällt. Für diese Option sind 25.90 Franken zu bezahlen, während die Gebühr für die komprimierte Qualität 12.95 Franken pro Monat beträgt. Nebst Tidal gibt es auch einige kleinere Anbieter, die sich explizit der hohen Qualität verschrieben haben, etwa Qobuz.com oder Primephonic.com als Spezialist für den Klassikbereich.

Auch der Streamingdienst Deezer, der aus Frankreich stammt und seit dem Start 2006 in der Schweiz verfügbar ist, hat ein Hi-Fi-Angebot. Das kostet 19.45 Franken pro Monat, gegenüber 12.95 Franken für das normale Abo.

Apple und Google ohne Hi-Fi-Angebot

Mit der Ankündigung von Spotify sind Apple und Google mit Youtube Music die einzigen der grossen Streaminganbieter, die noch keine Hi-Fi-Option für die audiophile Zielgruppe haben. Gerade Apple wäre prädestiniert für ein solches Angebot, zumal der Konzern erst vor kurzem die vergleichsweise teuren Airpods-Max-Kopfhörer für Musikliebhaber lanciert hat. (Hier geht es zum Vergleich zwischen Spotify und Apple Music.)

Allerdings ist Apple ein gebranntes Kind, was die Hi-Fi-Kategorie angeht: Der iPod Hi-Fi war ein 2006 lanciertes Lautsprechersystem für den tragbaren Musikplayer, der sich als Flop entpuppte.

3 Kommentare
    Raoul Costa

    Um Musik in hoher Qualität zu hören brauche ich keinen Streamingdienst.

    Dann nehme ich die Vinylplatte aus meiner grossen Sammlung, Ca. 12500 LP's, lege sie auf den Plattenteller und geniesse sie mit meiner Hi-Fi Anlage.

    Spotify und Co sind optimal für das Warenhaus oder den Lift.