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Jugendkrawalle in St. GallenStadtpräsidentin Pappa: «So etwas geht nicht!»

Laut der Stadtpräsidentin sind wenige Chaoten für die Randale verantwortlich. Von den 21 Verhafteten stammen 19 aus der Ostschweiz.

«Die Pflege von Kontakten braucht keine Gewalt»: In der Nacht auf Samstag kam es in St. Gallen erneut zu Ausschreitungen mit verletzten Personen und Sachbeschädigungen. Am Samstag informierten die Behörden.

Die Krawalle in der St. Galler Innenstadt in der Nacht auf Samstag sind laut Aussage von Stadtpräsidentin Maria Pappa (SP) auf eine kleine gewaltbereite Gruppe Jugendlicher zurückgegangen. Ein Grossteil der Jugendlichen habe sich friedlich verhalten, sagte Pappa am Samstag vor den Medien. «Leider gab es auch solche, die Gewalt ausüben wollten. Diese Chaoten müssten nun zur Rechenschaft gezogen werden. Es gebe Nulltoleranz, bei allem Verständnis für die aktuell angespannte Situation rund um die Coronavirus-Pandemie. Denn: «So etwas geht nicht!» Man müsse sich jedoch hüten, nun alle Jugendlichen in den «gleichen Topf zu werfen».

Pappa hielt fest, der Ärger gegenüber der Polizei sei aus ihrer Sicht nicht gerechtfertigt. Die Polizei würde lediglich die Massnahmen durchsetzen. «Und Gewalt gegen die Polizei ist völlig daneben.» Es gelte nun Ruhe bewahren, überlegen, und dann handeln. St. Gallen und auch keine andere Schweizer Stadt dürften zum Zentrum für jugendliche Gewalt werden.

Verhaftung und Wegweisungen

Ein Teil der 200 bis 300 versammelten Personen griff die Einsatzkräfte mit Flaschen, Knallkörpern und einem Molotowcocktail an. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Gummischrot und Reizgas. 21 Personen wurden auf den Polizeiposten gebracht zwecks Abklärung von Straftaten.

In den frühen Morgenstunden nahm die Polizei einen zur Verhaftung ausgeschriebenen 25-Jährigen fest. 33 Personen wurden polizeilich aus der Stadt weggewiesen. Bis Samstagmittag gingen sieben Anzeigen wegen Sachbeschädigungen im Umfang von total rund 50'000 Franken ein.

Stadtpolizeikommandant Ralph Hurni erklärte, die Polizei habe zuerst auf Dialog und präventive Präsenz gesetzt. Nachher kam es zur Eskalation. Bei den beiden verletzten Personen handle es sich nicht um Angehörige der Einsatzkräfte. Es sei gelungen, die Sachbeschädigungen in Grenzen zu halten. Trotzdem wurden Scheiben eingeschlagen und Velos angezündet.

Grossaufgebot und Helikopter

Die Polizei war nach Aufrufen in den Sozialen Netzen auf einen Grosseinsatz in St. Gallen vorbereitet. Sie erhielt Verstärkung aus der ganzen Ostschweiz, von der Transportpolizei der SBB und der Feuerwehr. Zudem stand ein Helikopter der Kantonspolizei Zürich im Einsatz.

Von den 21 eingebrachten Personen sind laut Hurni 16 Schweizer und fünf ausländischer Nationalität. Die Betroffenen kamen mehrheitlich aus der Stadt, dem Kanton St. Gallen und der übrigen Ostschweiz. Zwei Personen waren von weiter her nach St. Gallen angereist.

Stadträtin und Polizeivorsteherin Sonja Lüthi (GLP) bedauerte die erneuten Eskalationen und verurteilte die Gewalt aufs Schärfste. «Wir alle hätten uns das Osterwochenende anders vorgestellt.»

Krawallnacht in St. Gallen: Hunderte Jugendliche versammelten sich am Freitagabend in St. Gallen. Es kam zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummischrot ein.

red/sda

85 Kommentare
    Martin S.

    Hätte Mahatma Ghandi auch mit Gegengewalt auf Gewalt geantwortet, dann wäre es zum Krieg gekommen.

    Je stärker (in diesem Fall die Polizei) man auftritt, desto stärker erfolgt die Reaktion. Deeskalation mit anschliessender Aufarbeitung würde dringend Not tun!