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Corona-Ausbreitung in ZürichStadt stellt Epidemiologin für Altersheime ein

Um Spitäler zu entlasten, wurden Covid-Patienten in Pflegeheime verlegt. Kam es deswegen zu vielen Toten? Eine Expertin soll Klarheit schaffen.

Im Pflegezentrum Gehrenholz wurden externe Patienten behandelt.
Im Pflegezentrum Gehrenholz wurden externe Patienten behandelt.
Foto: Sabina Bobst

130 Personen sind im Kanton Zürich am Coronavirus gestorben. Mehr als die Hälfte davon waren Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegezentren. Die Mehrheit der Zentren wurde zwar von der Aussenwelt abgeschnitten, in zweien jedoch wurde eine spezielle Isolationsstation für externe Covid-Patienten eingerichtet. Ungefährlich, sagt die Stadt, die Abteilungen seien absolut getrennt.

Corona-Erkrankte in Altersheime verlegt

Eine Recherche der Republik wirft jedoch Fragen auf: Im Pflegezentrum Gehrenholz, einem dieser Zentren mit Isolationsstation für externe Covid-Erkrankte, kam es zu zahlreichen Ansteckungen auch ausserhalb der Spezialabteilung. Von den insgesamt 24 vermeldeten Todesfällen handle es sich bei 21 Toten um Langzeitbewohner des Heims und nicht um externe Patienten, berichtet das Onlinemagazin. Pikant: Das Virus begann sich erst zu verbreiten, nachdem externe Patienten aufgenommen worden waren.

Die Stadt bestreitet einen Zusammenhang zwischen der Isolationsabteilung und den Ansteckungen im übrigen Teil des Pflegeheims. «Sie bringen Dinge durcheinander, die nichts miteinander zu tun haben», sagte Gabriela Bieri, Chef­ärztin des Geriatrischen Dienstes der Stadt Zürich, gegenüber der «Republik». Die Normalstation und die Isolationsstation würden absolut getrennt funktionieren.

Spezialistin angestellt

Nun will es die Stadt aber trotzdem genauer wissen, wer sich wie angesteckt hat. Eine Epidemiologin soll die Ansteckungskette untersuchen, berichtet das SRF Regionaljournal. «Man schaue genau, welcher Bewohner in welchem Zimmer krank wurde und wer miteinander Kontakt hatte», sagte Bieri im Radio-Interview. Mit der Recherche der «Republik» habe dies aber nichts zu tun. «Wir würden bei einem erneuten Ausbruch wieder Covid-Kranke auf solchen Spezialabteilungen kurieren.» Die Stadt hätte alles richtig gemacht, das Virus habe sich nicht wegen der Isolationsstation in Pflegezentren verbreitet, so die Chefärztin.

shu

9 Kommentare
    Susanne Araf

    Jetzt sind bald zwei Monate vergangen. Gehört hat man seither nichts mehr. Wie ging es in dieser Angelegenheit weiter?