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Hilfe für Zürcher GastronomieStadtrat erlaubt Zeltbeizen und Heizpilze

Die Zürcher Restaurants dürfen ohne Bewilligung Festzelte auf öffentlichem Grund erstellen und Heizpilze aufstellen. Dagegen regt sich Widerstand.

Heizpilze erlaubt die Zürcher Stadtregierung, doch sie müssen mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Heizpilze erlaubt die Zürcher Stadtregierung, doch sie müssen mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Archivfoto: Johanna Bossart

Die Zürcher Stadtregierung erlaubt Gastronomiebetrieben, Museen und Theatern, vom 15. November bis zum 15. Februar 2021 das Aufstellen von Witterungsschutzen auf öffentlichem wie privatem Grund, und dies bewilligungsfrei. Voraussetzung ist, dass die Abstände zwischen den Gästen respektiert werden können.

Während der gleichen Periode dürfen auf den Boulevardflächen auch Heizpilze und andere Heizanlagen aufgestellt werden, sofern sie mit erneuerbaren Energien wie Pellets oder Holz betrieben werden. Dabei sind die Vorschriften der Luftreinhalte-Verordnung sowie Sicherheitsaspekte zu beachten, wie der Stadtrat am Mittwoch mitgeteilt hat.

Der Stadtrat ruft die Bevölkerung auf, das lokale Gewerbe zu unterstützen, oder genauer: dankt den Zürcherinnen und Zürchern für die Unterstützung des lokalen Gewerbes.

Halbierte Gebühren

Bereits vor den Herbstferien hatte der Stadtrat bekanntgegeben, dass die Gebühren für die Aussenflächen für die Gastronomie und Warenauslagen von Detailhandels-Geschäften sowie die Standplatzgebühren für Taxis – vorerst bis Ende März 2021 – weiterhin um 50 Prozent reduziert bleiben.

Zudem dürfen die Gastronomiebetriebe bis Ende Oktober 2021 ihre Aussenbereiche kostenlos ausweiten. Die Ausweitung der Boulevardflächen darf aber nicht zu einer höheren Gesamtzahl der bewirteten Aussenplätze führen.

Protest von Quartiervereinen

Die Hilfe fürs Gastrogewerbe passt nicht allen. Der Stadtrat setze damit «die Quartiere zusätzlichen Belastungen aus», schreibt die «Gruppe Innenstadt als Wohnquartier» in einer Mitteilung. Die Vereinigung von vier City-Quartiervereinen prüft deshalb, gegen den stadträtlichen Beschluss Einsprache zu erheben.

Die Innenstadt-Quartiere hätten diesen Sommer noch mehr unter den Lärmemissionen gelitten als in früheren Jahren. Deshalb freuten sie sich auf die kältere Jahreszeit als «wichtige Erholungszeit».

«Unsere Quartiere gehen als Wohnquartiere kaputt.»

Quartiervereine der Innenstadt

«Unsere Quartiere gehen als Wohnquartiere kaputt», schreibt die Gruppe. Die Innenstadt sei für Familien mit Kindern, ältere Menschen und sensible Bevölkerungsgruppen bald nicht mehr bewohnbar.

65 Kommentare
    Andreas Diethelm

    Intime 2000-Watt-Gesellschaften als ideale Superspreader-Hotspots