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Auswertung der AbstimmungsumfrageStärkere Unterstützung für Kampfflugzeuge

Der 6-Milliarden-Kredit für die Luftwaffe hat gute Chancen in der Volksabstimmung. Das zeigt die neuste repräsentative Umfrage von Tamedia und 20 Minuten.

Verteidigungsministerin Viola Amherd scheint die Bevölkerung davon überzeugen zu können, dass der Kauf von Kampfflugzeugen nötig ist.
Verteidigungsministerin Viola Amherd scheint die Bevölkerung davon überzeugen zu können, dass der Kauf von Kampfflugzeugen nötig ist.
Foto: Keystone

Verteidigungsministerin Viola Amherd (CVP) darf hoffen, dass sie am 27. September ihren ersten Abstimmungserfolg erringen kann: In der neuesten Tamedia-/20-Minuten-Umfrage ist die Unterstützung für den Kauf neuer Kampfflugzeuge (zum Dossier) seit der ersten Erhebung vor drei Wochen gestiegen, und zwar von 50 auf 58 Prozent. Vor allem Männer scheinen davon überzeugt: 66 Prozent von ihnen äussern sich positiv, bei den Frauen sind es nur 49 Prozent. (Lesen Sie hier die Resultate der ersten Umfrage).

Die Vorlage zieht einen tiefen Graben zwischen linke und bürgerliche Parteien: Während die Unterstützung bei SP und Grünen verschwindend klein ist, sind die Bürgerlichen klar dafür. Gewachsen ist der Support aber in allen Parteien, vor allem bei den Grünliberalen.

«Es scheint, als funktioniere die Kampagne von Viola Amherd», sagt Politologe Lucas Leemann, der zusammen mit Fabio Wasserfallen die Umfrage durchführt. Die Bundesrätin könne die Bevölkerung offenbar davon überzeugen, dass der Kauf notwendig sei.

Die Abstimmung um den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub (zum Dossier) scheint sogar so gut wie gewonnen: 66 Prozent sprechen sich dafür aus selbst 39 Prozent der SVP-Wählerschaft sagen Ja. Der Urlaub kommt vor allem bei den Jüngeren (bis 35 Jahre) sehr gut an: 83 Prozent unterstützen ihn. Aber auch die über 65-Jährigen sagen mehrheitlich Ja.

Kaum Chance für Kündigungsinitiative

Schlecht sieht es dagegen für die SVP und ihre Initiative gegen die Personenfreizügigkeit («Begrenzungsinitiative») aus. Wäre letzte Woche abgestimmt worden (die Umfrage wurde am 27. und am 28. August durchgeführt), hätte gemäss der Umfrage eine Nein-Mehrheit von 61 Prozent resultiert. Nur 37 Prozent hätten die Initiative unterstützt vor allem SVP-Wähler und das Tessin. Vor drei Wochen waren es noch 41 Prozent. Nach Einschätzung von Lucas Leemann hat die Corona-Krise kaum Einfluss auf die Abstimmung Gegner wie auch Befürworter können die Situation zu ihren Gunsten uminterpretieren.

Offen ist, ob der Kinderabzug (zum Dossier) genug Zustimmung findet; sie ist von 55 auf 53 Prozent gesunken, vor allem bei SP und Grünen. An sich ist der Kinderabzug eine populäre Forderung er senkt die Steuern und stellt Familien besser. Die Umfrageteilnehmer realisierten aber mittlerweile, dass vor allem gutgestellte Familien profitieren werden. Das jedenfalls ist der mit Abstand häufigste Grund für eine Ablehnung. Was der SP aber zu denken geben muss: Noch immer unterstützen 42 Prozent ihrer Wählerschaft die Vorlage.

Offen ist auch der Ausgang der Abstimmung zum Jagdgesetz (zum Dossier). Die Zustimmung ist zwar gestiegen, liegt aber lediglich bei 43 Prozent. 50 Prozent sind dagegen.

An der repräsentativen Tamedia-/20-Minuten-Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Institut Leewas haben 20’148 Personen aus der ganzen Schweiz online teilgenommen. Die Daten werden nach demografischen, geografischen und politischen Variablen modelliert. Der Fehlerbereich liegt bei 1,1 Prozentpunkten.