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GLP stellt sich gegen eigenen StadtratStreit um medizinische Behandlung von Sans-Papiers

Zürichs Gesundheitsvorsteher Andreas Hauri (GLP) entwirft ein Konzept für die Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung. Nun bekämpft ihn die eigene Partei.

Die medizinische Anlaufstelle für Sans-Papiers gibt es schon seit 2006 (hier in einer Archivaufnahme von 2008). Nun schliesst der Stadtrat mit Meditrina eine Leistungsvereinbarung.
Die medizinische Anlaufstelle für Sans-Papiers gibt es schon seit 2006 (hier in einer Archivaufnahme von 2008). Nun schliesst der Stadtrat mit Meditrina eine Leistungsvereinbarung.
Foto: Reto Oeschger

In der Stadt Zürich versuchen über 10’000 Menschen, unsichtbar zu leben. Sie arbeiten und wohnen hier, wollen aber möglichst nicht auffallen, weil sie keine Aufenthaltspapiere haben. Verletzen sie sich, fürchten sie, ins Spital zu gehen, denn sie haben keine Krankenversicherung. Die Sans-Papiers sind in solchen Fällen auf karitative Angebote angewiesen. Die Alternative Liste findet das unwürdig. Deshalb forderte sie bereits 2017 mit einer Motion, diesen Menschen den Zugang zur medizinischen Versorgung zu erleichtern.

Der Stadtrat hat ein Pilotprojekt entworfen, über das am Mittwoch im Gemeinderat diskutiert werden soll. Er will bestehende Institutionen stärken. Die Beratung übernimmt heute die Sans-Papiers-Anlaufstelle (Spaz). Für kleinere medizinische Probleme oder eine Erstberatung gibt es die Hausarztpraxis Meditrina, die vom Schweizerischen Roten Kreuz geführt wird. Der stadtärztliche Dienst und die Stadtspitäler sowie das Universitätsspital stellen die ambulante und die stationäre Behandlung von Sans-Papiers sicher. Oft sind die Abklärungen aber aufwendig, und es ist unklar, wer die Kosten tragen soll.

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