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Ausverkauf bei der MigrosSwiss Life kauft Glattzentrum für wohl fast eine Milliarde

Das Einkaufszentrum hat mit dem Versicherer einen neuen Besitzer: Angestellte sollen übernommen werden, die Mieten nicht steigen.

Über 9 Millionen Besucher kommen jährlich zum Einkaufen ins Glattzentrum.
Über 9 Millionen Besucher kommen jährlich zum Einkaufen ins Glattzentrum.
Foto: Goran Basic (Keystone)

Über neun Millionen Besucher flanieren pro Jahr durch das Glattzentrum in Wallisellen ZH. Und mit fast 600 Millionen Franken im letzten Jahr ist das Einkaufszentrum das umsatzstärkste der Schweiz. Doch im Januar stellte die Besitzerin, der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB), das Center zum Verkauf. Nun steht der Käufer fest: Der grösste Immobilienbesitzer der Schweiz, der Versicherer Swiss Life, wird ab dem 1. Oktober neuer Eigner. Für das Shoppingcenter dürfte er laut Branchenkennern um die 800 Millionen Franken gezahlt haben.

Der ehemalige Geschäftsführer des Glattzentrums Marcel Stoffel zeigt sich erfreut über den Verkauf. Mit Swiss Life habe die Migros einen «soliden» Käufer gefunden, sagt er. Der Kaufpreis dürfe sich zwischen 850 Millionen und einer Milliarde Franken bewegen, denn «das Glatt ist nicht einfach nur ein Einkaufszentrum an einer einmaligen Lage, es ist auch das bekannteste der Schweiz», sagt Stoffel, der heute als Chef des Swiss Council of Shopping Places amtet und mit seiner Beratungsfirma Konzepte für Shoppingcenter entwickelt.

Von 2000 bis 2010 war Stoffel Center-Leiter des Glatt; er weiss um die Herausforderungen der Branche. Für die Zukunft des Glatt seien gute Ideen und Konzepte wichtig, das Zentrum müsse weiterentwickelt werden. Dafür müsse sich Swiss Life wohl Experten an Bord holen, die sich im Shoppingcenter-Business auskennen, meint Stoffel.

Migros investiert in Onlinehandel

Zusammen mit dem Centermanagement wolle Swiss Life das Zentrum weiterentwickeln. Das Glatt gehöre in der Schweiz zu den Vorreitern, was die Kombination aus Einkauf, Erlebnis und Treffpunkt betrifft. Diese Marktposition wolle man auch in Zukunft stärken, sagt Sprecher Florian Zingg. Die Mitarbeitenden des Glattzentrums wie auch die Mietverträge würden übernommen.

Den Verkaufserlös, über den beide Parteien Stillschweigen vereinbart haben, will die Migros vor allem in den Onlinehandel und technologische Verbesserungen investieren. «Im E-Commerce haben wir beispielsweise die Logistikkapazitäten bei Digitec Galaxus fast verdoppelt. Derzeit investieren wir in teilautomatisierte Lager, um notwendige Kapazitäten für Leshop zu schaffen», sagt Sprecher Marcel Schlatter.

Strategische Neuausrichtung

Mit der Glatt-Immobilie ist auch die Migros-Tochter Lib AG verschwunden. Sie bewirtschaftete die Liegenschaften des MGB. Im Portfolio waren neben den Globus-Immobilien auch Depot, Interio und Glatt zu finden – nun haben alle den Besitzer gewechselt.

Mit dem Verkauf des Glatt ist beim MGB nun ein weiterer Schritt im Rahmen der «strategischen Neuausrichtung» getan. Denn der Grossverteiler wolle sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren – Immobilien gehören nicht dazu.

10 Kommentare
    Pfister Olga

    Die Obersten bei der Swissair kauften marode Fluggesellschaften und meinten es werde florieren, es war logisch - nein. Jetzt verkaufen die Obersten von Migros eines der besten Kühe im Stall - da sind einfach jeweils die falschen Leute in der oberen Etage