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«Blue Cinema» und «Blue News»?Swisscom plant neue Dachmarke für Kitag und Teleclub

Voraussichtlich kommende Woche kündigt der Marktführer eine Umfirmierung an. Sie soll das Onlineportal Bluewin, die Kitag-Kinokette und den Bezahl-TV-Sender Teleclub betreffen.

Wird aus dem Kino-Betreiber Kitag bald «Blue Cinema»?
Wird aus dem Kino-Betreiber Kitag bald «Blue Cinema»?
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Dem Vernehmen nach hat die Swisscom vor, Dienstleistungen von bestehenden Marken unter einem neuen Namen zu bündeln. Von der Umfirmierung sollen das Onlineportal Bluewin, die Kinokette Kitag sowie der Bezahl-TV-Sender Teleclub betroffen sein. Das ist aus dem Umfeld der drei Swisscom-Tochterfirmen zu vernehmen.

Als neue Dachmarke soll demnach «Blue» fungieren, der englische Begriff für blau. Kommende Woche soll der Telecomanbieter die Neuerungen öffentlich machen.

Der Schweizer Marktführer dementiert diese Informationen nicht, bestätigt sie aber auch nicht. Das Unternehmen kommentiere grundsätzlich keine Gerüchte, heisst es auf Anfrage. Die Swisscom werde aber «in Kürze» zu einem Medienanlass einladen, sagte eine Firmensprecherin.

Fünf Wortmarken mit «Blue» registriert

Ein Blick ins Schweizer Markenregister zeigt, dass im Frühling und Sommer fünf Wortmarken hinterlegt worden sind, welche zu den Plänen der Swisscom passen würden: «Blue Cinema», «Blue News», «Blue Gaming», «Blue League» und «Blue».

Als Inhaberin von «Blue Cinema» ist explizit die Kitag Kino-Theater AG aufgeführt. Der grösste Kinobetreiber der Schweiz gehört zur CT Cinetrade AG, die auch Teleclub betreibt. Cinetrade wiederum befindet sich in vollständigem Besitz der Swisscom.

Die übrigen Einträge laufen über eine Privatperson mit Wohnsitz im Kanton Zürich, wohl um diskret zu bleiben. Als Vertreterin der Marken ist indes eine Anwaltskanzlei aus Bern angegeben, welche die Swisscom auch bei anderen Markeneintragungen vertritt.

Die fünf neuen Marken sind bereits als Internetadressen registriert worden. Als Halterin der Domainnamen tritt die Global IP Action AG in Pfäffikon in Erscheinung. Die Swisscom hält eine Mehrheit an diesem Unternehmen.

Am Anfang stand «The Blue Window»

«Blue» würde an die Firmengeschichte der Swisscom anknüpfen, als der staatsnahe Betrieb ins Internetgeschäft eingestiegen ist. Er tat dies zuerst unter der Marke «The Blue Window» (deutsch: das blaue Fenster), aus der später das verkürzte «Bluewin» geworden ist.

Bluewin ist heute nicht nur ein E-Mail-Dienst, sondern auch ein Nachrichtenportal. Dazu würde sich der Markenname «Blue News» eignen.

Seit dem Jahr 2018 ist die Swisscom im E-Sport tätig, dem sportlichen Wettkampf mit Computerspielen. Dazu hat das Unternehmen in der Schweiz eine eigene Liga ins Leben gerufen. «Blue Gaming» und «Blue League» tönen da wie passende Markennamen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass der blaue Riese seine Marken ändert. Aus der Tochtergesellschaft Swisscom Directories, welche die Suchdienste Local.ch und Search.ch anbietet, wurde vor vier Jahren Localsearch.

2007 lancierte die Swisscom einen komplett neuen Markenauftritt mit dem bis heute gebräuchlichen Firmenlogo.

Bald noch mehr blau bei Swisscom? Arbeiter montieren das Logo am Hauptsitz in Worblaufen.
Bald noch mehr blau bei Swisscom? Arbeiter montieren das Logo am Hauptsitz in Worblaufen.
Foto: Keystone/Peter Schneider (Archiv 2008)
4 Kommentare
    Thomas Balmer

    Warum wohl suchen erfolglose Unternehmungen immer wieder das Heil im Wechsel des Namens? Statt eine stabile und qualitativ solide Leistung zu erbringen, plagt sich das ganze Land mit unsäglichen Pannen und rauschenden Verbindungen im Netz der Swisscom ab. Primär sollten diese Problem gelöst werden und sicher nicht mit dem stetigen Namenswechsel die Verantwortlichkeiten zu verwischen. In diesem Zusammenhang ist es erklärbar, dass alle Namen in englischer Sprache gewählt werden und deshalb oft kaum verstanden wird, was der Namen wirklich bedeutet. Nicht ohne Grund sagt man bei einer guten Firma, dass der gute Namen zählt und man sich diesen erarbeiten muss! Unabhängig davon bleibt die Krux, dass dieser Betrieb aus der PTT hervorgegangen ist und er noch immer ein Bundesbetrieb ist, er noch immer die Grundversorgung gewährleisten muss und er noch keine private Unternehmung ist. Das haben viele nicht begriffen, dass auch wenn man eine AG ist und einen CEO hat, man bei einer mehrheitlichen Beteiligung des Staates noch immer ein Staatsbetrieb ist. Punkt. Dies gilt auch für die BKW und andere Unternehmen, die mit ihren grossen Kapitalreserven Firmen aufkaufen und damit den Markt ungesund verschieben.