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Im Vergewaltigungsprozess gegen Jörg Kachelmann werden heute die ersten Zeugen befragt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtet laufend aus dem Landgericht Mannheim.

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Im Prozess gegen den TV-Moderator Jörg Kachelmann hat das Landgericht Mannheim am Vormittag zwei Polizisten vernommen Die Beamten schilderten zunächst die Umstände der Anzeige, die das mutmassliche Opfer Sabine W. erstattete. In der Verhandlung liess das Gericht den Telefonanruf der 37-jährigen Frau abspielen. Bei der Notrufzentrale in Heidelberg war in der Nacht auf den 9. Februar 2010 folgender Anruf eingegangen: «Mein Name ist Sabine W., ich bin heute Nacht vergewaltigt worden. Ich weiss nicht, was ich jetzt machen soll.» Der Beamte fragte nach: «Von wem?» Und Sabine W. antwortete: «Von meinem Freund.» Der Vater der Ex-Geliebten von Kachelmann hatte ihr geraten, sich bei der Polizei zu melden.

In Heidelberg folgten dann medizinische Untersuchungen und danach weitere Vernehmungen der Frau. Auch ihr Handy und der Computer wurden später sichergestellt und durchsucht. Dabei kam heraus, dass das mutmassliche Vergewaltigungsopfer Kachelmann noch zweimal im März anrief, wie die Nachrichtenagentur dapd berichtet. Die Ex-Geliebte Kachelmanns erklärte das der Polizei damit, dass sie sicher sein wollte, dass er noch im Ausland ist.

Festnahme im Parkdeck des Flughafens Frankfurt

Im Weiteren erzählten die Polizisten, wie die Festnahme des 52-jährigen Kachelmanns am 20. März 2010 auf dem Flughafen Frankfurt erfolgte. Kachelmann, der aus Kanada gekommen war und von einer jungen Frau abgeholt wurde, sei von acht Polizisten beschattet worden. Diese hätten ihn bei der Gepäckausgabe und der herzlichen Begrüssung der 24-jährigen Frau beobachtet. «Es wurden Zärtlichkeiten ausgeteilt, rumgeknutscht», sagte ein Polizist bei der Befragung durch das Landgericht Mannheim. Kachelmann lachte im Gerichtssaal, als der Beamte dies erklärte.

Im Parkdeck des Flughafens nahmen die Polizisten den TV-Wettermoderator schliesslich fest. «Etwa 50 Meter vor seinem Auto sprach ich ihn an, übergab ihm den Haftbefehl und belehrte ihn», sagte der Polizist. «Bei der Festnahme zeigte er keine Reaktion.» Angeblich wehrte sich Kachelmann weder verbal noch sonstwie. Dagegen habe sich die junge Begleiterin des Meteorologen sichtlich entsetzt gezeigt, als Kachelmann von der Polizei abgeführt wurde. Auf dem Polizeirevier rief Kachelmann dann seinen Anwalt an und sagte, er sei festgenommen worden. Es gehe um den Vorwurf der Vergewaltigung, berichtete der befragte Polizeibeamte weiter.

Wieder ein Unterbruch der Verhandlung

Die Verhandlung, die um 9 Uhr begann, musste bereits nach wenigen Minuten unterbrochen werden - wegen eines Befangenheitsantrags gegen zwei Sachverständige der Verteidigung. Einer der beiden Gutachter ist der renommierte Rechtsmediziner Bernd Brinkmann. Der 52-jährige Kachelmann, der mit ernster Mine auf der Anklagebank sass, trug einen dunkelgrauen Anzug, ein weisses Hemd und eine gestreifte Krawatte. Gegen 10.30 Uhr wurde der Prozess fortgesetzt. Über den Befangenheitsantrag entscheidet das Gericht heute Nachmittag.

Kachelmanns Verteidiger hatten zu Beginn der heutigen Verhandlung beantragt, dass von ihnen benannte Sachverständige Gutachten über die Glaubwürdigkeit und die Verletzungen des mutmasslichen Opfers erstellen sollten. Die Staatsanwaltschaft lehnt dies ab. Sie hält die Gutachter der Verteidigung für befangen, da sie bereits vor Prozessbeginn Stellungnahmen zu Gunsten Kachelmanns abgegeben hätten.

Im Vergleich zu den zwei ersten Verhandlungstagen waren der Medienrummel vor dem Landgericht Mannheim und das Zuschauerinteresse kleiner. Knapp 50 Zuschauer und etwa 25 Journalisten verfolgen den Kachelmann-Prozess. Am letzten Montag waren 86 Zuschauer und knapp 50 Journalisten im Gerichtssaal anwesend gewesen.

Kachelmann-Verteidigung will Zeuginnen ausladen

An der heutigen Verhandlung in Mannheim wird noch die Frau als Zeugin auftreten, die Kachelmann am Frankfurter Flughafen abholte. Dabei handelt es sich um eine 24-jährige Studentin aus Leipzig. Sie sei davon ausgegangen, dass sie die einzige Frau Kachelmanns gewesen sei. Auch andere Frauen gingen von diesem Irrtum aus. Erwartungsgemäss will die Kachelmann-Verteidigung beantragen, dass die Öffentlichkeit während der Aussage der Zeugin heute Nachmittag ausgeschlossen wird.

Im Weiteren muss die 5. Grosse Strafkammer des Landgerichts Mannheim über die Anträge der Verteidigung entscheiden, zehn andere Freundinnen und Ex-Geliebte des 52-jährigen Schweizers von der Zeugenliste zu streichen. Anwalt Reinhard Birkenstock hatte am Montag die Abladung der Zeuginnen beantragt, weil es mit der Menschenwürde unvereinbar sei, wenn die Frauen ihr Liebesleben vor Gericht offenlegen müssten.

Ausserdem kritisierte er scharf, dass die Freundinnen vor der Hauptbelastungszeugin vernommen werden sollen, die aus Sicht der Verteidigung eine Falschaussage gemacht hat. Das mutmassliche Vergewaltigungsopfer, eine 37-jährige Radiomoderatorin, soll erst Mitte Oktober aussagen.

Ungewöhnliche Reihenfolge der Zeugenbefragung

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft beruht die ungewöhnliche Reihenfolge auf Zeitproblemen eines Gutachters, der die Aussage der Frau vor Gericht beurteilen soll und erst am 13. Oktober anwesend sein kann. Im Hinblick auf den Auftritt von Sabine W. hat deren Anwalt bereits den Antrag gestellt, die Öffentlichkeit auszuschliessen.

Da die Strafkammer die Prozesstermine festgelegt hat, als Kachelmann noch in Untersuchungshaft sass und deshalb zur Vermeidung langer Untersuchungshaft beschleunigt verhandeln musste, habe sie die Vernehmung der Freundinnen vorgezogen. In der Strafprozessordnung gebe es keine Vorschriften über die Reihenfolge der Zeugenvernehmungen, sagte Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge. Die Verteidigung will die Hauptbelastungszeugin jedoch als erste hören. Über die Anträge hat die Mannheimer Strafkammer bisher nicht entschieden.

Der Kachelmann-Prozess in Mannheim dreht sich um eine zentrale Frage: Was geschah in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2010 in der Wohnung von Sabine W.? Der TV-Wettermoderator beteuert seine Unschuld. Im Fall einer Verurteilung wegen Vergewaltigung droht Kachelmann eine Gefängnisstrafe von mindestens fünf Jahren. (vin/tok)

Erstellt: 15.09.2010, 21:54 Uhr

Update folgt...

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So berichtet Tagesanzeiger.ch/Newsnet über den Prozess in Mannheim

Letzte Woche hat der Prozess gegen Jörg Kachelmann begonnen. Der Schweizer TV-Moderator ist wegen Vergewaltigung seiner Ex-Freundin angeklagt. Der Prozess am Landgericht Mannheim dauert voraussichtlich bis am 20. Oktober. Das Gericht hat zehn Verhandlungstage angesetzt. Der Fall Kachelmann ist in Deutschland der Prozess des Jahres.
Tagesanzeiger.ch/Newsnetz berichtet laufend über den Kachelmann-Prozess. Die Berichterstattung in den nächsten Wochen umfasst Prozessberichte, Hintergrundartikel, Videobeiträge und Bilder. Zudem gibt es auf Tagesanzeiger.ch/Newsnetz ein Dossier zum Kachelmann-Prozess. (vin)

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