Video-Umfrage

Videoumfrage: FC St. Gallen noch zu retten?

Eine Video-Umfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt deutlich, wie die Menschen in St. Gallen über eine Rettung ihres Fussballclubs denken.

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Während der Videoumfrage am Mittwoch wurde deutlich, dass sich ein Grossteil der Bevölkerung gegen öffentliche Gelder für den FC St. Gallen ausspricht.

Am Dienstagabend wurde bekannt: Die Stadt St. Gallen zahlt nichts an die Entschuldung des FC St. Gallen und seines erst zweijährigen Fussballstadions. Falls kein Plan B existiert, droht der AFG-Arena der Konkurs und dem ASL-Schlusslicht ein Zwangsabstieg in die 1. Liga.

Das St. Galler Stadtparlament hat eine Finanzspritze von zwei Millionen Franken an die maroden Betreiberfirmen des Stadions am Dienstagabend nach einer zweieinhalbstündigen, aggressiv und emotional geführten Debatte abgelehnt. Der Entscheid gegen die Finanzspritze im 63-köpfigen Stadtparlament fiel mit zwei Dritteln Nein-Stimmen deutlich aus. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Stadtrates hatte dem Parlament empfohlen, die Finanzspritze nicht zu bewilligen. SP, Grüne und die SVP scheinen dieser Empfehlung geschlossen gefolgt zu sein. Lediglich einige FDP-Vertreter und die CVP sagten Ja zum Entschuldungsplan.

Manager seien schuld

Das Ende August vorgelegte Sanierungspaket «Futura» zur Rettung der AFG-Arena und des Ostschweizer Traditionsvereins hatte Finanzspitzen von 16 Millionen Franken vorgesehen. Die Stadt hätte zwei Millionen beisteuern sollen. Der Kanton sollte sich mit vier Millionen Franken beteiligen. Ein Bankenkonsortium und private Investoren hätten je fünf Millionen beigesteuert, falls die öffentliche Hand den ersten Schritt gemacht hätte.

Am Desaster seien die Manager schuld, war der Tenor im St. Galler Rat. Misswirtschaft habe das Stadion und den altesten Fussballverein auf dem europäischen Festland an den Rand des Ruins getrieben. Es gebe keinen Grund, dass die Steuerzahler dafür gerade stehen sollten, zumal sie mit der Schenkung des Baulandes im Wert von 42 Millionen Franken längst genug bezahlt hätten.

Gründe für das finanzielle Desaster sind Mehrkosten von 11,5 Millionen Franken für VIP-Logen beim Bau des mehr als 70 Millionen teuren Stadions, unrealistische Planungen und höhere Sicherheitskosten. Die AFG-Arena wurde am 25. Mai 2008 eröffnet und ersetzte das altehrwürdige Espenmoos.

Namensgeber will sich zurückziehen

Weiteres Ungemacht droht auch von Finanzier Edgar Oehler, dem prominenten und langjährigen Sponsor und Förderer des FC St. Gallen. Oehler will sich aus dem Fussballgeschäft zurückziehen, falls der Verein in die 1. Liga absteigen sollte. Der Unternehmer wird im Falle eines Zwangsabstieges nicht länger als Namensgeber für das Stadion auftreten. Die Firma AFG zahlt seit 2008 jährlich einen hohen siebenstelligen Betrag für das Namensrecht am erst vor zwei Jahren eröffneten Stadion am Westrand St. Gallens. Der entsprechende Zehnjahres-Vertrag gilt jedoch nur für die Axpo Super League und die Challenge League.

Medienkonferenz am Mittwoch

Die Hoffnungen auf eine Rettung des Ostschweizer Vereines und seines Stadions sind jedoch noch nicht gänzlich erloschen. Zum einen könnte - was allerdings eher unwahrscheinlich erscheint - der St. Galler Kantonsrat die Entschuldungsaktion im November mit einem von vier auf sechs Millionen Franken erhöhten Beitrag retten, zum anderen geistert noch immer ein Plan B auf privater Basis in der Ostschweizer Metropole herum. Vielleicht wird er bereits heute Mittwoch präsentiert. Auf 14 Uhr ist eine Medienkonferenz in der AFG-Arena angesagt.

Erstellt: 27.10.2010, 21:07 Uhr

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