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Bildstrecke: Fidels Revolution

Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro hat gegenüber einem US-Journalisten mit dem sozialistischen Modell auf Kuba abgerechnet. Und zudem die Raketenkrise von 1962 selbstkritisch betrachtet und Bedauern gezeigt.

Der neue Präsident: Sein Bruder Raúl Castro hat mittlerweile die Führung des Landes übernommen. Er strebt sanfte Wirtschaftsreformen an.
Der neue Präsident: Sein Bruder Raúl Castro hat mittlerweile die Führung des Landes übernommen. Er strebt sanfte Wirtschaftsreformen an.
Keystone
Der Rebellenführer in den Bergen: Über zwei Jahre lang führte Fidel Castro einen Guerillakrieg.
Der Rebellenführer in den Bergen: Über zwei Jahre lang führte Fidel Castro einen Guerillakrieg.
Keystone
Fidel Castro am 23. Januar 2009. Er erlitt Mitte 2006 eine Darmblutung, worauf er sich von seinem politischen Ämtern zurückzog.
Fidel Castro am 23. Januar 2009. Er erlitt Mitte 2006 eine Darmblutung, worauf er sich von seinem politischen Ämtern zurückzog.
Keystone
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Auf die Frage, ob es sich noch lohne, das kubanische Modell auf andere Länder zu übertragen, habe der 84-Jährige geantwortet: «Das kubanische Modell funktioniert selbst bei uns nicht mehr.» Das schrieb der US-Journalist Jeffrey Goldberg am Mittwoch in seinem Blog auf der Internetseite des US-Magazins «The Atlantic».

Goldberg war von der Regierung zu dem Interview mit Castro nach Havanna eingeladen worden war. Sein Artikel wurde am Dienstag und Mittwoch in zwei Teilen veröffentlicht. Der US-Journalist hatte die Kuba-Kennerin Julia Sweig gebeten, an dem Gespräch mit Castro teilzunehmen, um bei der Analyse der Antworten zu helfen.

Staat ist zu dominant

Sweig sagte, Castro habe mit seiner Äusserung nicht die Revolution zurückgewiesen. «Für mich war es die Feststellung, dass im kubanischen System der Staat eine zu grosse Rolle im Wirtschaftsleben einnimmt», erklärte sie.

Auch seine Haltung während der Raketenkrise von 1962 bedauert er, durch die die Welt an den Rand eines Atomkrieges geraten war. Nach allem, was er erlebt habe und heute wisse, «war es das alles nicht wert», sagte Castro weiter. Der 84-Jährige verwies erneut darauf, dass er auch heute die Gefahr eines Atomkrieges sehe, wenn sich die Fronten im Streit um das iranische Atomprogramm verhärten würden. «Menschen glauben, dass sie sich kontrollieren können, aber (US-Präsident Barack) Obama könnte überreagieren und aus schrittweiser Eskalation könnte ein Atomkrieg werden.»

Raul lockert Marktwirtschaft

Erst vor einem Monat hatte Präsident Raul Castro den Kubanern Lockerungen in Richtung Marktwirtschaft verkündet, um die sieche Wirtschaft anzukurbeln. In einer Rede vor der Nationalversammlung kündigte der Bruder und Nachfolger Fidel Castros an, dass Selbstständige leichter ihr Unternehmen anmelden könnten und dabei auch Arbeitskräfte einstellen dürften.

Mit der Lockerung sollen nach Castros Vorstellungen neue Jobs für etwa eine Millionen Kubaner entstehen, die in den nächsten fünf Jahren ihre Arbeitsplätze in Staatsunternehmen verlieren dürften. Er nannte allerdings keine konkrete Zahlen, wie viele neue Zulassungen für Kleinunternehmer auf den Markt kommen sollten.

Wirtschaftsminister schwächt ab

Wirtschaftsminister Marino Murillo hatte nach der Rede des Präsidenten umgehend betont, es gehe nicht um eine grundlegende Reform des sozialistischen Modells. Der Staat müsse die Kontrolle über die Wirtschaft behalten, zumindest über die wichtigsten Dinge.

SDA/jak

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