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Frage des Tages: Muss die SVP gemässigter auftreten?

Adolf Ogi äussert sich seit einigen Tagen zur SVP-Politik. Mit Redaktion Tamedia spricht er über die Gründe. Was meinen Sie? Muss die SVP gemässigter auftreten?

Er schwieg auch nach seinem Rücktritt nicht. «Ich darf mich zur SVP äussern, ich muss sogar»: Adolf Ogi, ehemaliger SVP-Bundesrat, im Dezember 2011 in Zürich.
Er schwieg auch nach seinem Rücktritt nicht. «Ich darf mich zur SVP äussern, ich muss sogar»: Adolf Ogi, ehemaliger SVP-Bundesrat, im Dezember 2011 in Zürich.
Claudia Blumer
Ogi legt seinem ehemaligen Nationalratskollegen Christoph Blocher den «schrittweisen und geordneten» Rücktritt aus der Parteileitung nahe: Ogi (links) und Blocher an der SVP-Delegiertenversammlung von 1992.
Ogi legt seinem ehemaligen Nationalratskollegen Christoph Blocher den «schrittweisen und geordneten» Rücktritt aus der Parteileitung nahe: Ogi (links) und Blocher an der SVP-Delegiertenversammlung von 1992.
Keystone
Doch zum Trübsalblasen sei ihm nicht viel Zeit geblieben. UNO-Generalsekretär Kofi Annan machte ihn zum Sonderberater für Sport. Mit Annan ist Ogi noch heute befreundet.
Doch zum Trübsalblasen sei ihm nicht viel Zeit geblieben. UNO-Generalsekretär Kofi Annan machte ihn zum Sonderberater für Sport. Mit Annan ist Ogi noch heute befreundet.
Keystone
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Herr Ogi, Sie haben nach den Bundesratswahlen die SVP kritisiert. Ist das Ihr Comeback als politisches Gewissen der Schweiz?

Ein Comeback ist es ganz und gar nicht. Es war wie ein innerer Ruf, den ich bekommen habe: «So nicht, jetzt musst du eingreifen – und zwar anständig.» Deshalb habe ich auch Christoph Blochers Verdienste gewürdigt. Aber ich habe gesagt, woran die SVP krankt, und habe daraufhin unglaublich viele Reaktionen aus der SVP und von parteilosen Bürgerinnen und Bürgern bekommen. Als man mir die Möglichkeit gab, vor der Chropfleerete der SVP am Dienstag ein paar Pflöcke einzuschlagen, habe ich das gemacht. Die Reaktion war klar, Christoph Blocher hat in allen Sonntagsmedien, in denen er Stellung bezogen hat, gesagt, dass er sich bessern will. Ich glaube zwar nicht, dass er das kann. Ich habe nicht Blochers Rücktritt gefordert wie Hans Uhlmann und Hermann Weyeneth. Ich sage, er soll sich schrittweise und geordnet zurückziehen. Er in seinem Alter muss sich ja überlegen, wie er mit seinem Lebenswerk in der Politik umgeht, und darauf achten, dass er es nicht zerstört. Da sollte er weise genug sein, langsam einzulenken.

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