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Fussball-WM: Lang lebe die Tröte!

Die ganze Welt ärgert sich über den Lärm der Vuvuzelas. Zu Unrecht, findet die Redaktion Tamedia-Kulturredaktion. Zehn Gründe, die für die Tröten sprechen.

In die Plastik-Tröte zu blasen, scheint Spass zu machen, wie die Bilder aus Südafrika zeigen.
In die Plastik-Tröte zu blasen, scheint Spass zu machen, wie die Bilder aus Südafrika zeigen.
Keystone
Sponsoren wie Coca-Cola leisten dem Ärgernis Vorschub: Sie verteilen Gratis-Tröten.
Sponsoren wie Coca-Cola leisten dem Ärgernis Vorschub: Sie verteilen Gratis-Tröten.
Keystone
Beim Public Viewing in Köln sind Vuvuzelas verboten, die Instrumente landen im Abfall.
Beim Public Viewing in Köln sind Vuvuzelas verboten, die Instrumente landen im Abfall.
Keystone
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Die Meinungen scheinen gemacht: Vuvuzelas nerven. Wirklich? Wir sagen, warum noch lange weitergetrötet werden soll.

  • Dank den Vuvuzelas hört man die Kommentatoren kaum mehr – mitsamt ihrer Versprecher. Und Fast-Pensionär Beni Thurnheer kann problemlos Spieler verwechseln, es hörts ohnehin niemand.
  • Die Vuvuzela-Industrie generiert Arbeitsplätze und bringt Geld in den verarmten Kontinent. Und offenbar erfreuen sind auch speziell für die WM entworfene Ohrenstöpsel eines respektablen Absatzes.
  • Im durchregulierten Fifa-Universum nehmen sich die Tröten erfrischend subversiv und anarchistisch aus.
  • Viele Leute schalten wegen der Vuvuzelas den Ton ab, eine Hommage an den Stummfilm. Unsere Empfehlung für das ultimative Charlie-Chaplin-Erlebnis: Schalten Sie den TV zusätzlich auf schwarz/weiss um.
  • Die Vuvuzela regelt den Amplitudenfrequenzgang der Fangesänge. Will heissen: England und Nordkorea erfahren von den Rängen gleich laute Unterstützung. Das ist doch nicht mehr als fair.
  • Den Afrikanern wird mit den Vuvuzelas die urtümliche Schweizer Kultur nähergebracht. Denn was kaum jemand weiss: Die Vuvuzela ist nichts anderes als ein kurzes Alphorn.
  • Dank des Lärms im Stadion sind die Trainer an der Seitenlinie gezwungen, ihre Anweisungen mit Gesten anstatt mit Geschrei zu formulieren. Dies sorgt für unfreiwillige Komik, was bei den vielen langweiligen Spielen höchst willkommen ist.
  • Public Viewing an der Autobahn ist kein Problem, der Lärm der Strasse und jener aus dem TV tönt genau gleich.
  • Dank den Vuvuzelas kommt das wunderbare Wort «Tröte» zu unerwarteten Ehren. «Ihr trötet uns den letzten Nerv!», titelte die «Bild»-Zeitung. Ein Satz, der vielseitig verwendbar ist, etwa für Politiker, Ehefrauen oder den Chef.
  • Haben Sie Vuvuzela-Bläser einmal in einer Nahaufnahme studiert? Es ist, als ob sich Louis Armstrong vertausendfacht hat. Die gleichen Backen, die gleiche Begeisterung. Ein erbauenderer Anblick, als grölende Fans.

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