Zum Hauptinhalt springen

«Wie die alte DDR-Garde»

Für die einen ist die SP nicht mehr wählbar, für die anderen erst recht. Das neue Parteiprogramm der Linken polarisiert, wie die vielen Leserkommentare auf Redaktion Tamedia zeigen.

Ihr Parteiprogramm polarisiert: SP-Nationlarätin Jacqueline Fehr, Juso-Präsident Cedric Wermuth, SP-Präsident Christian Levrat.
Ihr Parteiprogramm polarisiert: SP-Nationlarätin Jacqueline Fehr, Juso-Präsident Cedric Wermuth, SP-Präsident Christian Levrat.
Keystone
Die SP strebt weiterhin einen EU-Beitritt an. Im Bild der Präsident der EU-Kommission Jose Manuel Barroso (links) und der Präsident des Europarats Herman Van Rompuy (rechts).
Die SP strebt weiterhin einen EU-Beitritt an. Im Bild der Präsident der EU-Kommission Jose Manuel Barroso (links) und der Präsident des Europarats Herman Van Rompuy (rechts).
Keystone
«Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz hat am Wochenende die Fortsetzung ihres Wählerschwunds bis zu den nächsten Nationalratswahlen besiegelt», kritisiert der ehemalige SP-Spitzenpolitiker Rudolf Strahm.
«Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz hat am Wochenende die Fortsetzung ihres Wählerschwunds bis zu den nächsten Nationalratswahlen besiegelt», kritisiert der ehemalige SP-Spitzenpolitiker Rudolf Strahm.
Keystone
1 / 6

Mit seinem Kommentar zum SP-Parteiprogramm hat der frühere SP-Nationalrat Rudolf Strahm vielen Redaktion Tamedia-Leserinnen und Lesern aus dem Herzen gesprochen. «Die SP hat den Einstieg zum Abstieg eingeläutet», sagt der ehemalige SP-Spitzenpolitiker. Das Parteiprogramm sei Ausdruck einer Realitätsverweigerung der Parteispitze.

«Gratuliere», sagt Leser Walter Kunz an die Adresse der Partei. «Die SP ist offensichtlich auf dem besten Weg, sich den eigenen Ast abzusägen.» Und Ueli Luginbühl findet: «Jetzt noch Hammer und Sichel und die Sache ist perfekt. So verliert man Wahlen.» Er habe bis jetzt immer die SP gewählt, schreibt Urs Gubler, doch jetzt «ist die SP für mich aber definitv nicht mehr wählbar! Schade, sie deckt viele meiner Positionen ab.»

«Wie die alte DDR-Garde»

Die Positionen von Patrick Leuzinger deckt die SP jedenfalls nicht (mehr) ab. Der Wunsch nach einem EU-Beitritt beschneide die Souveränität und die direkte Demokratie in der Schweiz. Die Abschaffung der Armee gefährde die Sicherheit des Landes, und ein erwerbsunabhängiger Grundlohn sei mit Blick auf die Personenfreizügigkeit verantwortungslos. «Die Parteibosse benehmen sich wie die alte DDR-Garde, sie haben den Kontakt zur Basis völlig verloren», schreibt Leo Spescha.

Eron Thiersen verzweifelt ob der politischen Landschaft der Schweiz. «Links wird linksextrem und kopiert den Populismus der SVP, welche selber zur Reichenpartei mutiert und das V am liebsten streichen würde, wenn da nicht die Verwechslung zur SP wäre.» Die Mitte-Parteien fänden keine Themen und «machen Marketingpolitik um nicht vergessen zu werden». Thomas Müller weiss schon, welche Partei er in Zukunft wählen wird: «Zum Glück gibts für linksliberale Wähler wie mich die GLP.»

«Sie ist kein Fähnlein im Winde»

Rund ein Viertel der Leserinnen und Leser äussert sich positiv über das Parteiprogramm der SP. «Super! Genau so gefällt mir eine Partei», schreibt Stefan Heinzer. «Sie ist kein Fähnlein im Winde, sondern hat Style! Genau deswegen bleibe ich euch treu!!» Und Rudolf Steiner schreibt im Hinblick auf die Ausschaffungsinitiative: «Zum Glück gibt es noch Leute, welche sich vehement auch gegen den Gegenvorschlag wehren und nicht an der allgemeinen SVP-Anbiederung teilnehmen.»

Die «Verärgerung und Angst, die aus vielen Kommentaren spricht», erinnere ihn stark an die einstige Empörung über die SVP schreibt Ruedi Jasulin. «Man sah die SVP damals als faschistisch, dabei ist sie wirtschaftsgläubig-egozentrisch-neoliberal. Jetzt wird die SP als kommunistisch verflucht, dabei ist sie die kommende Partei des Mittelstandes.» Bisher habe er die Grünen bevorzugt, das könnte sich jetzt ändern, meint Gregory Brown. «Ich erwarte von der SP, dass sie ihr linkes Programm nun auch umsetzt. »

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch