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Erste Volksabstimmung seit CoronaThalwil verwirft Klimainitiative

Die Thalwilerinnen und Thalwiler wollen keine konkreten Klimaziele in ihre Gemeindeordnung aufnehmen. Und noch stärker lehnen sie die Einführung eines Parlaments ab.

 Thalwil stimmt konservativ: Die Bevölkerung hält nichts von Klimazielen und einem Gemeindeparlament.
Thalwil stimmt konservativ: Die Bevölkerung hält nichts von Klimazielen und einem Gemeindeparlament.
Foto: Moritz Hager

Knapp 55 Prozent der Thalwilerinnen und Thalwiler wollen keine konkreten Klimaziele in der Gemeindeordnung. Am Sonntag haben sie die Klimainitiative abgelehnt. Sie war als Einzelinitiative am 22. Oktober 2019 von einem Komitee aus Vertretern von CVP, EVP, Grünen und SP sowie der Vereine Ökopolis und «Ludi Quartier lebt» eingereicht worden. Auch der Gemeinderat hatte das Volksbegehren befürwortet.

Das Erreichen der Klimaneutralität bis 2050 bleibe damit ein nationales Ziel, dessen Umsetzung dennoch auch griffige lokale Massnahmen erfordere, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung zur Abstimmung. Die Gemeinde werde weiter an einer nachhaltigen Energiezukunft arbeiten. So überarbeite sie momentan den Energieplan oder investiere in innovative Anlagen. Bei der ARA Zimmerberg plane die Gasversorgung eine Biogasproduktionsanlage, um das Klärgas zu verwerten.

73 Prozent gegen Parlament

Ebenfalls abgelehnt hat die Thalwiler Stimmbevölkerung ein Gemeindeparlament – zum wiederholten Mal. Knapp 73 Prozent wollen die politische Verantwortung nicht an gewählte Parlamentarierinnen und Parlamentarier abgeben, sondern weiterhin selbst an Gemeindeversammlungen entscheiden können. Die Stimmbevölkerung gewichte die Vorteile der Versammlung als direktdemokratische Form höher als jene der repräsentativen Parlamentsorganisation, schreibt der Gemeinderat, der sich im Vorfeld ebenfalls gegen ein Parlament ausgesprochen hatte.

Attraktives Seeufer

Neu gestaltet werden soll dagegen ein Teil des Seeufers in Thalwil. Mit etwas mehr als 62 Prozent Zustimmung befürworteten die Stimmberechtigten einen Kredit von 9 Millionen Franken. Entstehen soll ein zusammenhängendes Seebad mit Strand im Bereich des heutigen Seebads Bürger II und der Bootshabe Bürger. Zudem wird ein weiterer Abschnitt des Zürichseewegs realisiert, der ausserhalb der Öffnungszeiten des Seebads direkt am See verläuft. Das Seeufer soll grosszügig gestaltet werden und frei zugänglich sein. Die Gemeindeversammlung muss am 10. September noch den Gestaltungsplan dazu bewilligen.