«Ueli hatte nach seinem Tod viel mehr Freunde»

Fotograf und Bergsteiger Robert Bösch war mit Ueli Steck eng befreundet. Für ihn war Steck ein scheuer Mensch, der aber auch die Öffentlichkeit suchte.

Bewegender Abschied von Ueli Steck: Sein Sprecher äussert sich zur schwierigen Zeit.

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Der Schmerz ist frisch. Zwei Tage ist ­Robert Bösch zurück in der Schweiz und weg von Nepal, wo sein enger Freund Ueli Steck am 30. April tödlich verunglückte. Bösch war Steck nachgereist, um dessen neueste Expedition fotografisch zu dokumentieren. Doch der 40-jährige Berner Topbergsteiger verunfallte auf einer Trainingstour am Nuptse. Bösch, andere enge Vertraute und Stecks Familie verabschiedeten sich in einer Feuerbestattung von ihm. Gestern Dienstag fand eine Steck-Gedenkfeier in Interlaken statt.

Bilder – Abschied von Ueli Steck an Gedenkfeier in Interlaken:

Bösch sprach dabei über den Ausnahmekönner. Im Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Interview mit Robert Bösch wird rasch klar: Reden ist für den erfahrenen Bergsteiger und führenden Schweizer Alpinismus-Fotografen wichtig, damit er seine Trauer verarbeiten kann. Dem 62-Jährigen ist wichtig, so präzise wie möglich über Steck und seine Leistungen zu erzählen. Bösch stoppt darum immer wieder, sucht nach den idealen Worten. Dieses Gespräch ist für ihn eine Herzensangelegenheit, bei dem es nicht um Bösch, sondern um Ueli Steck gehen soll.

Sie landen in Kathmandu, um das Projekt von Ueli Steck fotografisch zu begleiten – und erfahren von seinem Tod. Wie reagierten Sie?
Als ich am Flughafen von einem Vertrauten Uelis abgeholt wurde, sagte er: «I have very bad news: Ueli is dead.» Ich war geschockt, dachte: «Nein, das kann nicht sein!» Ich glaubte an ein Miss­verständnis, auch, dass ich nicht richtig ­gehört hätte, zweifelte die Information an. Doch ich kenne den Helikopter-­piloten, der die Bergung durchführte. Er bestätigte mir die Nachricht.

Als erfahrener Bergsteiger haben Sie immer wieder gesagt: «Wer solche hochalpinen Touren unternimmt, geht Risiken ein.» Trotzdem standen Sie unter Schock.
Jetzt vermischen Sie zwei Dinge. Natürlich ist Bergsteigen gefährlich. Wer auf keinen Fall in den Bergen sterben will, darf nicht in die Berge gehen. Aber das ist abstraktes Wissen. Einen Freund zu verlieren, geht dir immer sehr nahe. Das ist doch nur menschlich. So abgeklärt ist hoffentlich niemand, dass er ohne jegliche Gefühle sagt: «War nur eine Frage der Zeit bei diesem Beruf, bis er dabei tödlich verunglückt.»

«Die Auseinandersetzung mit der Gefahr gehört zum Bergsteigen. Man kann nicht einfach ein bisschen probieren.»

Viele Bergsteiger hielten es für ausgeschlossen, dass Ueli Steck in den Bergen umkommen könnte, weil er so stilsicher agierte. Rührt auch daher die Fassungslosigkeit über seinen Tod?
Ich weiss es nicht. Was ich sagen kann: Jeder, der leistungsorientiert Berge ­besteigt, setzt sich einem Risiko aus. ­Darin besteht ein Teil der Faszination. Die Auseinandersetzung mit der Gefahr gehört zum Bergsteigen. Man kann nicht einfach ein bisschen probieren. Als Bergsteiger musst du dich und die Bergwelt kennen lernen. Dabei darfst du dein Limit nie überschreiten. Du ­bewegst dich in einem Gelände, in dem du dir sehr bewusst sein musst, was du tust. Du musst selbstverantwortlich und konzentriert handeln. Das hat seinen Reiz.

Ueli Steck, fotografiert von Robert Bösch.

Selbst Bergsteigerlegende Reinhold Messner war von Stecks Tod überrascht. Für ihn war Steck schlicht zu erfahren, als dass er noch in den Bergen sterben würde.
Die gefährlichste Phase eines Alpinisten ist seine Sturm-und-Drang-Zeit, wenn er übermotiviert ist und seine Fähigkeiten manchmal überschätzt. Mit dem Älterwerden hilft einem die Erfahrung, sich realistisch einzuschätzen. Viel spricht darum dafür, dass das Gefahrenpotenzial mit den Jahren sinkt. Die vielen ­erfahrenen toten Bergsteiger sind aber auch ein Beleg dagegen. Wissen muss man diesbezüglich allerdings: Die meisten Unfälle ereignen sich bei Topbergsteigern nicht, wenn sie ans Limit gehen. Viele meiner verunglückten Kollegen starben in verhältnismässig einfachem Terrain. Das war auch bei Ueli so. Die Tour hinauf zum Nuptse war für ihn keine totale Herausforderung.

Bilder – Ueli Steck im Himalaja tödlich verunglückt:

Liess Steck die berginteressierten Laien vergessen, auf welch einem hohen Niveau er sich bewegte?
Davon bin ich überzeugt. Man hörte von seinen vielen Erfolgen und nahm an, dass solche Leistungen für Ueli selbstverständlich sind. Vergessen ging dabei, wie intensiv er sich auf Expeditionen vorbereitete – körperlich wie geistig. Sich an solche Projekte zu wagen, erfordert totalen Einsatz – physisch und vor allem mental. Extrembergsteigen gibt es nicht auf softe Art.

Weiss man mittlerweile mehr über die Todesursache?
Nein, man wird den Grund oder die Gründe wohl nie erfahren, was allerdings egal ist. Klar scheint mir: Weder wollte er einen Rekord aufstellen, noch bewegte er sich am Limit. Solche Unfälle passieren in den Bergen halt. Jeder Alpinist hat Situationen erfahren, in denen er nur dank Glück überlebte.

Reinhold Messner sinnierte, dass Steck mehr wollte als die Everest-Lhotse-Überquerung, nämlich auch noch den Nuptse anhängen. Kann das sein?
Bei einem solchen Projekt kann man nie exakt einschätzen, wie es ablaufen wird. Ich kann mir darum vorstellen, dass sich Ueli fragte: Wenn es mir extrem gut läuft und ich noch Reserven aufweise nach dem Lhotse, schaffe ich auch noch den Nuptse? Darüber geredet haben wir nie. Aber diesen Gedanken könnte er schon gehabt haben, weil dieses sogenannte Hufeisen noch niemand gepackt hat, viele Topbergsteiger aber davon reden.

Wie oft sprachen Sie über das Everest-Lhotse-Projekt?
Oft. Was ist die Bedeutung, die Herausforderung dieser Tour? Wobei wir uns immer wieder grundsätzlich übers ­Bergsteigen, unsere Welt, unterhalten haben. Mir war bei diesem Projekt nicht ganz klar, wie ich fotografieren sollte. Vorgesehen war, dass ich ihn im Lager 2 auf 6350 m treffen sollte – und wir dann spontan entschieden hätten, wie wir vorgehen wollten.

«Ich habe lange überlegt, ob ich hinreisen soll, denn auch an mich stellte das Projekt grosse Anforderungen. Ueli freute sich sehr, als ich zusagte.»

Prägte die Improvisation Ihre gemeinsamen Touren?
Natürlich dachten wir unsere Projekte so gut wie möglich durch. Wer sich aber in der Natur bewegt, muss improvisieren können. Die Bedingungen sind selten tagelang die gleichen. Ich habe lange überlegt, ob ich hinreisen soll, denn auch an mich stellte das Projekt grosse Anforderungen. Ueli freute sich sehr, als ich zusagte, und meinte gleich: «Dann besteigen wir zusammen noch den Nuptse.» Ich dachte nur: mal schauen. Die notwendige Ausrüstung habe ich dann schon eingepackt.

Wie muss man dieses Vorhaben von Steck in seiner Vita einordnen?
Schon das Hornbeincouloir des Everest ohne Sauerstoff zu durchsteigen, ist eine grosse Sache. Natürlich ist der Berg sehr gut erschlossen, damit auch Nichtbergsteiger hochkommen. Damit reduziert sich das Risiko zumindest im Abstieg enorm. Die grosse Herausforderung für Ueli hätte der lange Aufenthalt in weit über 8000 Metern bedeutet. Ueli besass die Fitness und die Erfahrung, um mit ­diesem Umstand zurechtzukommen.

Sie gehören zur Vorgänger­generation der Bergsteiger. Haben Sie ihn beraten können?
Nein, da muss schon jeder selbst ­wissen, was er tut. Klar ist: Mit den ­Jahren nimmt die Risikobereitschaft ab. Auch die Bereitschaft zu leiden sinkt. Wenn der unbändige Wille fehlt, den Gipfel ­erreichen zu wollen, minimieren sich die Erfolgschancen. Dann ist man schneller bereit, umzukehren. Egal, wie alt du bist, an einem hohen Berg merkst du immer: Da gehört der Mensch eigentlich nicht hin. Also musst du ­extrem ­widerstandsfähig sein, einen harten Kopf haben – um nicht ständig Gründe zu suchen, warum du absteigen solltest. Ueli aber befand sich mit ­seinen 40 Jahren noch lange nicht in dieser Phase.

«Egal, wie alt du bist, an einem hohen Berg merkst du immer: Da gehört der Mensch eigentlich nicht hin. Also musst du ­extrem ­widerstandsfähig sein.»

Steck redete vor der Tour davon, dass viele Topbergsteiger in seinem Alter gestorben seien . . .
. . . weil das Risiko zwar gleich bleibt, beziehungsweise punktuell dank mehr Erfahrung sogar sinkt. Aber es kumuliert sich natürlich mit jeder weiteren Expedition. Ich wäre im vergangenen Jahr auf dem einfachen Zustieg zu einer Klettertour im Furkagebiet beinahe von einem riesigen, fallenden Felsblock erschlagen worden. Jeder meiner Bergsteigerkollegen kennt solche Situationen.

Trotzdem setzt man sich diesem Risiko immer wieder aus. Warum?
Bergsteigen ist prinzipiell eine absurde Tätigkeit. Es nutzt niemandem, man ­begibt sich willentlich in Gefahr, will raus, sobald man am Berg ist – und ­wieder rein, sobald man weg vom Berg ist. Am Berg bist nur du verantwortlich und musst mit deinen Entscheiden ­allein umgehen können. Daraus ergibt sich ein unglaublich intensives Gefühl. Diese ­Intensität sucht man als Bergsteiger immer wieder. Um die Freude an der Landschaft oder die sportliche Betätigung geht es also nicht primär, sondern ­darum, intensiv zu leben. Dieser Reiz hat Suchtpotenzial.

Kann man diese Sucht ersetzen?
Mit dem Älterwerden kann man ­bestimmte Routen schlicht nicht mehr bewältigen. Darum fehlt einem dieses Gefühl manchmal schon, gerade wenn du an einem Berg eine schöne Linie siehst und reflexartig denkst: Die würde ich jetzt gern klettern – aber: «It’s too late.» Dieses Akzeptieren und Loslassen gehört zum Leben, was sich einfach ­anhört, jedoch schwierig ist. Auch in den besten Jahren gilt ­jedoch: Beim ­Höhenbergsteiger gehört das Scheitern dazu. Wenn du als Bergsteiger nicht umkehren kannst, bist du rasch keiner mehr, weil du stirbst. Ich bin überzeugt: Je fitter du bist, körperlich und mental, desto besser kannst du dein Potenzial einschätzen und präziser entscheiden, wie weit du gehen darfst.

Video – Ueli Stecks Leichnam wurde in Nepal eingeäschert:

Sie haben Ueli Steck auch beim ungesicherten Klettern fotografiert. Waren dies besonders heikle Momente für Sie?
Wir suchten nie das Risiko und vertrauten uns. Ich wusste: Ueli lässt sich nicht meinetwegen zu Aktionen verleiten, die er ohne Fotograf unterlassen würde. Bei jungen übermotivierten Athleten hingegen muss ich immer wieder bremsen, sie auffordern, ja kein erhöhtes Risiko einzugehen. Das kann man als Fotograf extrem steuern. Mir hilft auch, dass ich meine Kompetenz als Bergführer einbringen kann. Ich habe grossen Respekt davor, dass bei einem Shooting ein Sportler verunfallen könnte.

Bei Helikopteraufnahmen am Eiger, als Steck die Wand hochstürmte, rutschte er manchmal leicht weg. Schauderte Ihnen da?
Ja. Aber ich weiss schon auch, aus ­welchem Winkel ich filmen oder foto­grafieren muss, damit die Aufnahmen spektakulär wirken (lacht).

«Man muss gegenüber Bildern generell vorsichtig sein, sie tendieren zur Lüge. Ein Bild hat selten eine Aussage, die für sich stimmt.»

Sie bilden als Fotograf ab, was Sofasportler sehen. Sie tragen also wesentlich dazu bei, wie ein Bergsteiger wie Steck in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Man muss gegenüber Bildern generell vorsichtig sein, sie tendieren zur Lüge. Ein Bild hat selten eine Aussage, die für sich stimmt. Erst die Bildlegende komplettiert sie. Ich habe viele Bergsteiger fotografiert – und bei manchen war das Bild besser als ihr Können. Ich nenne jetzt aber bestimmt keine Namen. Ueli jedoch war ein aussergewöhnlicher Bergsteiger, brauchte keine bildliche Überhöhung. Dass er sich um gutes Bildmaterial bemühte, half mir als Fotograf natürlich und zeigt, wie professionell er dachte. Er lebte schliesslich auch von seiner Prominenz. Dafür brauchte er ­Öffentlichkeit. Ich sagte ihm jedoch ­immer: «Wenn du eine wirklich gute ­Sache gemacht hast, brauchst du kein herausragendes Bildmaterial, um die Geschichte zu erzählen. Dann ist die ­Geschichte für sich interessant. Nur wenn die Topleistung fehlt, muss man sie mit spektakulären Bildern grösser ­erscheinen lassen.»

Also erst die Idee, dann die Bilder?
Unbedingt. Der gute Alpinist denkt nicht im Voraus, was kann ich wie verkaufen? Er zieht das Ding durch und überlegt ­danach, wie er dieses Projekt öffentlich machen kann. Den umgekehrten Ansatz nenne ich aufgeblasen.

Steck galt bei manchem als ­öffentlichkeitsgetrieben. Ist dieser Eindruck richtig?
Ueli suchte die Öffentlichkeit, weil er sie als gesponserter Athlet brauchte – aber er genoss die öffentliche Aufmerksamkeit schon auch. Trotzdem war Ueli ein ­zurückhaltender, fast schon scheuer Mensch. Er war keiner, der sich bei Falschaussagen oder -eindrücken öffentlich laut dagegenstemmte. Das war keine seiner Stärken. Persönliche Kritik – und die kam teilweise heftig – verunsicherte ihn.

Der Medienhype um Steck . . .
. . . den gabs auch, weil Ueli ein welt­berühmter Topbergsteiger war. Aber es war schon erstaunlich, mitzuerleben, wie er nach seinem Tod plötzlich viel mehr Freunde als davor hatte, die öffentlich um ihn trauerten. Das Ganze hatte aber auch etwas von einem Diana-Effekt. Nach ihrem Unfalltod gab es eine ­unerwartete Woge der Anteilnahme. In geringeren Dimensionen wars bei Ueli ähnlich.

«Bergsteigen ist kein mess- und damit ­vergleichbarer Sport wie etwa Tennis.»

Wie erklären Sie sich den Hype zusätzlich?
In den letzten ­Jahren stichelten viele gegen Ueli, er jage nur Rekorde, verlange für seine Vorträge mehr Honorar als andere Bergsteiger. Man warf ihm vor, er lüge mit seiner Gipfelbesteigung an der Annapurna, hielt ihn nach dem fürchterlichen Streit mit den Sherpas am Everest für einen unsensiblen, arroganten Kerl, der nur nach Ruhm hechle. Nach seinem Tod, so scheint es mir, ­erschraken viele und merkten: Was Ueli leistete, war keine Selbstverständlichkeit mit Über­lebensgarantie.

Man hielt ihm nach einem Lawinenniedergang vor drei Jahren am Shisha Pangma gar unterlassene Hilfe vor, weil er sich nicht zu den Verschütteten vorwagte.
Dabei war die Situation für ihn, ­Entschuldigung: beschissen. Er und sein ­Begleiter Benedikt Böhm standen unter Schock, sie hatten den riesigen Lawinenabgang knapp überlebt und hätten nun solche Lawinenhänge traversieren müssen, um zum Verunfallten zu ­gelangen. Dieser war Hunderte Meter ­abgestürzt und lag seit Stunden bewegungslos an derselben Stelle. Auch bei uns in den Alpen gehen Rettungskräfte nicht zu einem Unfallort, wenn die Lawinen­gefahr als zu hoch eingeschätzt wird. Ich wünsche niemandem, in eine solche Entscheidungssituation zu geraten, in der Ueli und Böhm sich befanden.

Dachte man, «the swiss machine» müsste auch das bewerkstelligen können?
Dieser Übername ist irreführend. Ueli hat ihn sich mit seinen Speedbegehungen der Nordwände Eiger, Matterhorn und Grandes Jorasses zwar selbst ein­gehandelt. Er hat auch von diesem Ruf profitiert. Letztlich ist es aber absurd, im Alpinismus die Minuten zu messen – zu unterschiedlich sind die Bedingungen. Dies wusste Ueli natürlich. Erst seine enorme Fitness, seine heraus­ragende mentale Stärke, sein Kletterkönnen und seine grosse Erfahrung ­liessen ihn darum Projekte in einem Stil angehen, die eine Tür in die Zukunft des ­Höhenbergsteigens öffneten.

War er der beste Bergsteiger der Gegenwart?
Dieser Superlativ ist mir zu absolut. ­Bergsteigen ist kein mess- und damit ­vergleichbarer Sport wie etwa Tennis. Ich sage darum lieber: Ueli gehörte zu den Besten der Besten – insbesondere an den hohen Bergen.

«Ueli ist nicht der erste Schweizer Topbergsteiger, der tödlich verunglückte. Nach ihnen aber benannte man keinen Berg. Wie ginge man mit dem nächsten Verunfallten um? »

Aber war er stilbildend?
Definitiv – und trotzdem muss ich ­wieder relativieren: Jede Bergsteigergeneration bewegte sich zu ihrer Zeit an ihrem ­Limit. Jede nachfolgende Gruppe profitierte von dieser Vorarbeit. Dieses Wechselspiel gilt es zu berücksichtigen. Ueli steht auf den Schultern seiner Vorgänger und trägt diejenigen Alpinisten mit, die nun folgen werden.

Nun denkt man darüber nach, einen Berg in seiner Heimatregion nach ihm zu benennen.
Ueli ist nicht der erste Schweizer Topbergsteiger, der tödlich verunglückte. Nach ihnen aber benannte man keinen Berg. Wie ginge man mit dem nächsten Verunfallten um? Überhaupt: Wer legt die Kriterien fest? Sind es Facebook-­Likes, ist es die Tagespresse, eine Jury? Diese gut gemeinte Idee ist schlecht durchdacht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.05.2017, 23:25 Uhr

Robert Bösch

Der Zürcher ist Robert Bösch (62) ist ein erfahrener Bergsteiger. 2001 stand er etwa auf dem Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt. Bösch, studierter Geograf und ausgebildeter Bergführer, ist Profifotograf.

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