Ueli Steck nach nepalesischer Tradition eingeäschert

Die Familie des verunglückten Extrembergsteigers hat im Kloster Tengboche östlich von Kathmandu Abschied vom Verstorbenen genommen.

Traueranlass: Ueli Steck wird in einer Feuerbestattung in Nepal beerdigt. (Video: Tamedia/AFP)

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Der tödlich verunglückte Schweizer Extrembergsteiger Ueli Steck ist nach nepalesischer Tradition eingeäschert worden. An der rund dreistündigen Zeremonie im Kloster Tengboche östlich von Kathmandu nahmen Stecks Ehefrau sowie seine Eltern und Schwiegereltern teil, wie Sprecher Andreas Bantel mitteilte. Die Familie habe das Zeremoniell als «ausgesprochen feierlich und eindrucksvoll, als traurig und erlösend zugleich» empfunden.

Einen Teil der Asche werde die Familie im Andenken an Ueli Steck in die Schweiz mitnehmen, teilte Bantel weiter mit. Die Abdankung im Kloster fand auf Wunsch der Familie im engsten Familienkreis statt. Für Freunde, Bekannte, Berufskollegen sowie die Öffentlichkeit soll in der Schweiz eine Abschiedsfeier durchgeführt werden. Die Details sind derzeit noch offen. Auf der Website von Ueli Steck wurde ein Kondolenzbuch aufgeschaltet, in das sich bereits zahlreiche Menschen aus der ganzen Welt eingetragen haben.

Stecks Familie war nach dem Unfall nach Nepal gereist, um bei seiner Beerdigung dabei zu sein. «Er liebte das Land und hatte viele Freunde dort», kommentierte Sprecher Bantel die Beisetzung am Fusse des Himalaya-Gebirges. «Er hatte auch grossen Respekt vor der Kultur, der Lebenshaltung der Menschen und vor ihrer Religion.» Die Abschiedsfeier nach buddhistischem Ritual bringe dies zum Ausdruck. Das Kloster von Tengboche liegt am Trekkingpfad zu den Himalaya-Gipfeln. Es bietet einen atemberaubenden Blick auf die Tausende Meter hohen Berge.

Am Sonntag war der 40-jährige Steck bei den Vorbereitungen für eine neue Expedition abgestürzt, bei der er den höchsten Berg der Welt über eine selten benutzte Route besteigen wollte. Der weltweit bekannte Bergsteiger war damit das erste Todesopfer der diesjährigen Klettersaison in Nepal, die von April bis Mai dauert.

Spontan Plan geändert

Sprecher Andreas Bantel gab in der Medienmitteilung weitere Details zum Ablauf des Unglücks bekannt: Demnach stieg Ueli Steck am Samstag vom Everest-Basislager ins Lager 2 auf rund 6400 Metern über Meer auf. Sein ursprünglicher Plan war, am Montag zur weiteren Akklimatisation auf der Everest-Normalroute zum knapp 8000 Meter hohen Südsattel aufzusteigen, um noch am gleichen Tag wieder ins Lager 2 zurückzukehren.

Vom Lager 2 aus habe Steck festgestellt, dass die Verhältnisse in der Nuptse-Wand ideal gewesen seien, weshalb er sich noch am Samstagabend entschied, am Sonntag nicht zum Südsattel, sondern zum Nuptse aufzusteigen. Am Unglückstag brach Steck um 4.30 Uhr auf und überquerte zusammen mit dem Franzosen Yannick Graziani den spaltenreichen Gletscher. Während Graziani der Everest-Normalroute Richtung Lager 3 folgte, stieg Steck allein in die Lhotse-Flanke ein.

Das Unglück passierte um circa 9 Uhr Lokalzeit auf rund 7600 Metern. Weshalb Steck abstürzte, ist weiterhin unklar. Seine Leiche wurde auf einer Höhe von rund 6600 Metern per Helikopter geborgen und nach Kathmandu überführt. (kaf/sda)

Erstellt: 04.05.2017, 15:52 Uhr

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