Triage in der Jugendpsychiatrie«Wir können den Kindern nicht die Behandlung bieten, die ihnen zustehen würde»
Weil viele junge Menschen unter der Pandemie leiden und es an Fachpersonal mangelt, müssen Kinderpsychiatrien selektionieren. Es kommt teilweise zu Wartezeiten von einem Jahr.
«Wir sind Land unter», sagt Michael Kaess, Direktor und Chefarzt der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD). Um fast 50 Prozent sind die Fallzahlen während der Pandemie gestiegen, die akuten psychiatrischen Notfälle in einigen Phasen gar um 100 Prozent. «Wir tun, was wir können, um den jungen Patienten zu helfen. Aber wir brauchen dringend mehr Personal.»
Einige Stellen konnte Kaess in den letzten Monaten zusätzlich schaffen. Das reicht aber bei weitem nicht. Die Situation sei dramatisch, sagt er. «Wir können den Kindern und Jugendlichen nicht die medizinische Behandlung bieten, die ihnen eigentlich zustehen würde.» Insbesondere jene, die sich nicht in einer Notsituation befinden, müssen sich hinten anstellen. Manche warten bis zu einem Jahr, bis man sich ihrer annehmen kann.



