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Analyse zur Wahl in KosovoTriumph der Protestwähler

Eine grosse Mehrheit der Kosovaren will den schleichenden Niedergang ihres Staates beenden und bestraft die bisher regierende Kaste. Der Wahlsieger Albin Kurti steht vor einer Herkulesaufgabe.

Volksfeststimmung: Anhänger der Partei Vetëvendosje in Kosovos Hauptstadt Pristina.
Volksfeststimmung: Anhänger der Partei Vetëvendosje in Kosovos Hauptstadt Pristina.
Foto: Visar Kryeziu (AP)

Die Parlamentswahl in Kosovo war ein Fest der Demokratie. Trotz Pandemie und klirrender Kälte sind die Menschen am Sonntag in Scharen zu den Urnen geströmt und haben für den grössten Machtwechsel seit Kriegsende 1999 gestimmt. Der jüngste Staat Europas sieht sich mit vielen Problemen konfrontiert, aber wenigstens die Wahlen werden dort besser organisiert als in den meisten Balkanstaaten.

Dem Wahlsieger Albin Kurti und seiner linken Bewegung Vetëvendosje (Selbstbestimmung) ist es gelungen, sich als glaubwürdige Alternative für einen Neuanfang zu präsentieren. Mit der Protestwahl hat sich eine grosse Mehrheit der Kosovaren von der alten Garde verabschiedet. Diese hat den Staat zum Selbstbedienungsladen gemacht, ein Klima völliger Straflosigkeit geschaffen und mit ihrer Arroganz der Macht den Kontakt zum Volk verloren.

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