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Anti-Rassismus-Demo in ZürichTrotz Corona-Verbot: Hunderte ziehen durch die Strassen

Am Montagmittag hat sich am Bullingerplatz ein Demonstrationszug formiert, der durch die Innenstadt bis zum Bürkliplatz zog. Dort versammelten sich Hunderte Personen, ohne dass die Polizei einschritt.

Rund 1000 Personen zogen durch Zürich.
Video: Tamedia

Anti-Rassismus-Proteste halten die USA seit Tagen in Atem. In Zürich hat sich am Montagmittag eine Solidaritätskundgebung formiert. Rund 1000 Personen sind verschiedenen Aufrufen in den sozialen Medien gefolgt und hatten sich zuerst auf dem Bullingerplatz im Kreis 4 versammelt.

Kurz nach 12 Uhr startete der Umzug, der immer grösser wurde. Die Protestierenden marschierten vorbei am Lochergut, durch den Kreis 3 und anschliessend die Langstrasse hinunter, dann Richtung Hauptbahnhof und durch die Bahnhofstrasse. Sie verhielten sich friedlich und trugen Transparente mit Slogans wie «Black Lives Matter», «Silence is Violence» oder «White Silence Kills». Sie waren vorwiegend jung. Viele trugen Mundschutz – zwar keine Mehrheit, aber definitiv mehr als in der S-Bahn.

Solidarität mit den Portesten in den USA: Demonstrierende am Pfingstmontag in Zürich.
Solidarität mit den Portesten in den USA: Demonstrierende am Pfingstmontag in Zürich.
Foto: Dominique Meienberg

Auf dem Bürkliplatz stoppte der Marsch schliesslich. Die Demonstrantinnen und Demonstranten setzen sich hin und hielten eine Art Schweigeminute ab. Dann sprachen einzelne Teilnehmer, worauf sich die Menge erhob, klatschte und laut «Black lives matter» skandierte. Die Kundgebung dauerte rund eine halbe Stunde lang. Die Polizei liess sich vorerst nicht blicken. Ab 14 Uhr löste sich die Versammlung langsam auf.

Die Schlusskundgebung auf dem Bürkliplatz.
Die Schlusskundgebung auf dem Bürkliplatz.
Foto: Dominique Meienberg

Die Polizei hatte sich schon während des Demonstrationszuges durch die Stadt im diskret verhalten und griff nicht ein. Im Gegenteil: Vorneweg fuhr ein Polizeiauto, am Schluss des Zuges ein Polizist auf dem Motorrad. Aufgrund der Corona-Verordnungen wären Demonstrationen in dieser Grösse eigentlich verboten. Aktuell sind vom Bund nur Kundgebungen von Gruppen bis maximal fünf Personen zugelassen. In den vergangenen Wochen hatte die Stadtpolizei stets konsequent durchgegriffen.

In einer Medienmitteilung schreibt die Stadtpolizei Zürich, sie habe «aus Gründen der Verhältnissmässigkeit auf ein Stoppen des Demonstrationszugs» verzichtet. Die Demonstration verlief zudem äusserst friedlich und entlang der Route sei es zu keinerlei Sachbeschädigungen gekommen, schreibt die Polizei weiter. Kurz nach 14 Uhr habe man aber die verbliebenen Demoteilnehmenden am Bürkliplatz auf die geltende Covid-Verordnung des Bundesrates aufmerksam gemacht und abgemahnt.

an/sip