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Präsident im PopularitätstiefTrump klagt: «Niemand mag mich»

Der US-Präsident hat erneut Werbung für das Malariamittel Hydroxychloroquin gemacht, eine umstrittene Ärztin gelobt und in einer Pressekonferenz ganz neue Töne angeschlagen.

«Niemand mag mich»: Donald Trump an der Pressekonferenz im Weissen Haus
«Niemand mag mich»: Donald Trump an der Pressekonferenz im Weissen Haus
Keystone

In einer Pressekonferenz hat sich Donald Trump über seine sinkende Popularität im Zuge der Corona-Krise beklagt. Zur Frage, weshalb der oberste US-Seuchenexperte Anthony Fauci beliebter sei als er, nahm der Präsident ausführlich Stellung, ehe er zum aufgrund seiner Mimik wohl nicht ganz ernst zu nehmenden Schluss kam: «Niemand mag mich. Es kann nur an meiner Persönlichkeit liegen.»

«Niemand mag mich»: Neue Töne von Donald Trump.
AP

Die Pressekonferenz folgte nach der Entscheidung von Twitter, den Zugriff seines Sohns, Donald Trump Junior, auf die Plattform zu beschränken und einen Beitrag des US-Präsidenten wegen Falschinformationen zum Coronavirus zu löschen. Trump hatte am Montagabend eine Meldung weitergeleitet, die einen Link zu einem Video enthielt, in dem sich Ärzte über das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin unterhielten. Zudem wurde in dem Tweet dem obersten Seuchenexperten Anthony Fauci und den Demokraten vorgeworfen, den Einsatz des Medikaments zu Behandlung der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 zu behindern. Die US-Medikamentenaufsicht hatte im vergangenen Monat nach mehreren kritischen Studien die Zulassung für das Mittel zurückgezogen. Trump sprach sich auch am Dienstag wieder für Hydroxychloroquin aus.

«Völlig inakzeptabel»

Zudem wurde das Twitter-Konto von Donald Trump Junior für zwölf Stunden teilweise stillgelegt, wie Twitter mitteilte. Der älteste Sohn des US-Präsidenten hatte das Video am Montag veröffentlicht. In dem Film kritisierten die Ärzte auch die Pflicht zum Tragen von Gesichtsmasken. Auch bei Facebook und Youtube ist der Film nicht mehr zu sehen, weil er gegen die Falschinformations-Regeln verstosse. «Es ist völlig inakzeptabel für Twitter, jemanden still zu schalten, der die Ansichten von Medizinexperten weiterleitet, die der Anti-Hydroxychloroqin-Meinung widersprechen», sagte ein Sprecher von Trump Junior.

Im Video sagt Doktor Stella Immanuel aus Houston sie habe mehr als 350 Corona-Patienten erfolgeich mit Hydroxychloroquin behandelt. Präsident Trump zeigte sich am Dienstag beeindruckt von diesen «spektakulären» Zahlen. Gemäss der Newssite «The Daily Beast» sind Doktor Immanuels Aussagen allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Sie vertritt offenbar die Ansicht, dass die Regierung teilweise von Reptilien geleitet were und Zysten und Endometriose auf Sexträume mit Dämonen und Hexen zurückzuführen seien.

Fauci verteidigt sich

Die Corona-Epidemie könnte nach Einschätzung von Seuchenexperte Faucis unterdessen in Florida, Kalifornien und ein paar anderen besonders stark betroffenen Bundesstaaten ihren Höhepunkt erreichen. In anderen Staaten würden dagegen mehr Infektionen verzeichnet, sagte er dem Sender ABC. Es gebe «sehr frühe Anzeichen», dass der Prozentsatz der positiven Corona-Tests in Ohio, Indiana, Tennessee oder Kentucky steige. «Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass man vorsichtig sein muss.» Zugleich verteidigte er seine Arbeit und reagierte damit auf die Anschuldigungen Trumps, der ihn gerügt hatte, weil er den Einsatz von Hydroxychloroquin gegen die Lungekrankheit Covid-19 nicht befürwortet hatte: «Ich habe die amerikanische Öffentlichkeit unter keinen Umständen in die Irre geführt», sagte er.

REUTERS

86 Kommentare
    regula marti

    mit seinem sofortigen rücktritt liesse sich das sicher verbessern!