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TV-DuellTrump-Team präsentiert Geschäftspartner von Hunter Biden

Kurz vor der letzten TV-Debatte hat das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump schwere Vorwürfe gegen seinen Herausforderer Joe Biden erhoben.

Belastet Präsidentschaftskandidat Joe Biden: Tony Bobulinski. (22. Oktober 2020)
Belastet Präsidentschaftskandidat Joe Biden: Tony Bobulinski. (22. Oktober 2020)
Keystone/Evan Vucci
Seine möglichen Geschäfte mit China stehen im Fokus: Hunter Biden.
Seine möglichen Geschäfte mit China stehen im Fokus: Hunter Biden.
Keystone/Pablo Martinez Monsivais
Joe Biden behauptet, nie mit seinem Sohn über dessen Geschäfte diskutiert zu haben.
Joe Biden behauptet, nie mit seinem Sohn über dessen Geschäfte diskutiert zu haben.
Keystone/Matt Rourke
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Das Trump-Team hat in Nashville – dem Ort der Debatte – einen früheren Geschäftspartner Hunter Bidens namens Tony Bobulinski präsentiert, der schwere Vorwürfe gegen die Bidens erhob. Bobulinski sagte unter anderem, Ex-Vizepräsident Joe Biden habe entgegen seiner Aussage von den Auslandsgeschäften seines Sohnes Hunter gewusst.

Bobulinski war nach eigenen Angaben Geschäftsführer von Sinohawk, einer Investitionsfirma mit Beteiligung von Hunter Biden und einem chinesischen Unternehmen. Bobulinski sagte: «Ich habe Joe Biden sagen hören, dass er mit Hunter nie Geschäfte diskutiert habe. Das ist falsch. Ich weiss das aus erster Hand, weil ich direkt mit der Familie Biden, einschliesslich Joe Biden, zu tun hatte.» Er selber habe mit Joe Biden im Mai 2017 über «die Geschäftspläne der Biden-Familie mit den Chinesen» gesprochen. Dieser habe von den Plänen gewusst.

Bobulinski will Beweise liefern

Bobulinski sagte weiter, Hunter Biden habe fünf Millionen Dollar von der Beteiligung der chinesischen Seite für sich und seine Familie abzweigen wollen. Er – Bobulinski – habe entgegnet, dass Sinohawk nicht Hunter Bidens «persönliches Sparschwein» sei. Hunter Biden habe daraufhin gesagt, dass die Chinesen «in Wahrheit in die Biden-Familie investieren». Bobulinski kündigte an, er werde der Bundespolizei FBI drei Telefone mit Beweisen überweisen.

Trump wirft der Biden-Familie wegen Hunter Bidens Auslandsgeschäften unter anderem in China und der Ukraine Korruption vor. Beweise dafür hat er nicht vorgelegt. Joe Biden weist die Vorwürfe pauschal zurück und spricht von einer Verleumdungskampagne. Er hat zu den Geschäften seines Sohnes im Detail aber nicht Stellung bezogen. Trump hat Justizminister Bill Barr zu Ermittlungen aufgerufen.

Das Thema dürfte auch bei der TV-Debatte zwischen dem Republikaner Trump und dem Demokraten Biden eine Rolle spielen.

SDA/chk

18 Kommentare
    max bernard

    "Er selber habe mit Joe Biden im Mai 2017 über «die Geschäftspläne der Biden-Familie mit den Chinesen» gesprochen."

    Falls dies stimmt, so hat Joe Biden gelogen, als er behauptete nichts von den China-Geschäften seines Sohnes gewusst zu haben.

    "Hunter Biden habe daraufhin gesagt, dass die Chinesen «in Wahrheit in die Biden-Familie investieren»."

    Mit der "Biden-Familie" meinte Hunter Biden sicherlich nicht sich, seine Frau und ihre Kinder, sondern den damals zweitwichtigsten Mann der USA, nämlich seinen Vater Joe Biden. Hunter Biden war also klar, dass die Chinesen nur wegen der Position seines Vaters mit ihm Geschäfte machen, um sich so dessen politischen Einfluss zunutze zu machen. Aber davon hat der Papi natürlich wieder mal nichts gewusst. Das glauben zumindest die Trump-Hater, bei denen allerdings regelmässig der Verstand aussetzt, wenn es um die Korruptionsvorwürfe gegen Joe Biden geht.

    Typisch auch, dass in den grossen US-Medien die von Bobulinski vorgetragenen Aussagen so gut wie nicht behandelt werden. Und wenn doch, dann wird ausschliesslich dessen Glaubwürdigkeit angezweifelt. Wenn aber die Freiheit der Medien darin besteht, Korruptionsvorwürfe gegenüber einen, ihnen nahestehenden Politiker totzuschweigen, dann wird diese Freiheit missbraucht und ist daher nichts mehr wert.