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Berichte zurückgewiesenTrump war nur «für eine Inspektion» im Bunker

Der US-Präsident habe am Freitag angesichts wütender Proteste vor dem Weissen Haus zeitweise Schutz in einem unterirdischen Bunker suchen müssen, hatten US-Medien am Wochenende berichtet. Trump widerspricht.

US-Präsident Donald Trump weist die Darstellung zurück, er habe am Freitagabend (Ortszeit) angesichts wütender Proteste vor dem Weissen Haus zeitweise Schutz in einem unterirdischen Bunker suchen müssen. Diese Berichte seien falsch, sagte Trump am Mittwoch dem Radiosender Fox News. «Ich bin tagsüber runtergegangen, und ich war für eine winzige, kurze Zeit dort, und es war eher für eine Inspektion.»

Er habe sich den Bunker lediglich «angeschaut», versicherte Trump. «Es gab kein Problem, und dann lese ich darüber, als sei das eine grosse Sache." Dabei habe es nie ein Problem gegeben. Der Secret Service mache einen grossartigen Job und habe die Lage voll im Griff.

Mehrere US-Medien hatten am Wochenende übereinstimmend unter Berufung auf Trumps Umfeld berichtet, der Präsident sei am Freitagabend wegen Protesten vor dem Weissen Haus aus Sicherheitsgründen zeitweise in den unterirdischen Bunker der Regierungszentrale gebracht worden. Demonstranten hatten sich vor dem Weissen Haus versammelt, einige von ihnen stiessen Barrikaden um, Flaschen und Steine flogen.

Auch in den Tagen danach war es zu Protesten vor dem Weissen Haus gekommen. Am Montagabend drängten Sicherheitskräfte Demonstranten auf gewaltsame Weise von dem Platz vor der Regierungszentrale zurück, auch mit dem Einsatz von Tränengas.

Für aussergewöhnliche Gefahrensituationen

Trump gibt sich angesichts der aktuellen Unruhen als Hardliner und bezeichnet sich selbst als «Präsidenten für Recht und Ordnung». Berichte darüber, dass ausgerechnet er sich in seinem eigenen Amtssitz in einem Bunker in Sicherheit bringen muss, kommen da ungelegen.

Der Schutzraum ist für aussergewöhnliche Gefahrensituationen vorgesehen, wie etwa Terroranschläge. Sehen die Sicherheitskräfte im Weissen Haus eine grössere Bedrohung, bringen sie den Präsidenten dorthin – was selten vorkommt.

Trump sagte in dem Interview, er sei insgesamt zwei oder drei Mal in dem Bunker gewesen, «jedes Mal zur Inspektion». Er liess dabei offen, auf welchen Zeitraum er sich bezog.

Seit Tagen kommt es in vielen US-Städten zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus im Land. Auslöser der Proteste ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis.

SDA