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Flugzeugabsturz in IndonesienEiner der Flugschreiber der abgestürzten Boeing geborgen

Kurz nach dem Start in Jakarta ist ein Flugzeug vom Radar verschwunden. Taucher fanden nun in 23 Metern Tiefe Trümmerteile und menschliche Überreste.

Taucher finden im Meer vor der Küste Indonesiens Wrack- und Leichenteile nach dem Flugzeugabsturz.
Video: Tamedia

Nach der Flugzeugtragödie in Indonesien mit vermutlich 62 Toten haben Suchtrupps bis Montag Teile einer Turbine der Boeing 737-500 aus dem Meer geborgen. Ein Marineschiff habe sie mittels eines 3D-Sonargeräts entdeckt, sagte Militärsprecher Orri Ronsumbre. Die Bemühungen, den bereits am Sonntag georteten Flugschreiber zu bergen, gingen derweil weiter. Die so genannte Black Box kann dabei helfen, die Unglücksursache zu klären.

Am Dienstag haben Marine-Taucher die Black-Box gefunden. Fernsehsender zeigten einen grossen weissen Behälter, der den Datenschreiber enthält. Ob es sich dabei um den Flugdatenschreiber oder den Cockpit-Stimmenrekorder handelte, war zunächst unklar. Er sollte dem nationalen Verkehrssicherheitskomitee übergeben werden, das die Untersuchung zum Absturz vom Samstag leitet.

Die Maschine der indonesischen Gesellschaft Sriwijaya Air war am Samstag kurz nach dem Start in Jakarta ins Meer gestürzt und zerschellt. Bereits am Sonntag hatten Taucher in 23 Metern Tiefe Trümmerteile, persönliche Gegenstände und menschliche Überreste gefunden und an Land gebracht.

Flugzeug verschwindet kurz nach Start vom Radar

Das 27 Jahre alte Passagierflugzeug war auf dem Weg nach Pontianak auf der Insel Borneo, als es kurz nach dem Start vom Radar verschwand. Danach war das Schicksal der Maschine zunächst ungewiss. Am Sonntag hatten die Einsatzkräfte schliesslich Signale empfangen und die Flugschreiber in der Javasee geortet.

Der Flugdatenschreiber ist geborgen.
Der Flugdatenschreiber ist geborgen.
Foto: Adek Berry (AFP)

In Indonesien herrschte grosse Trauer. Zahlreiche Menschen zeigten sich auf sozialen Netzwerken bestürzt und drückten den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Viele Familienmitglieder hatten lange noch auf ein Wunder gehofft und im Krisenzentrum am Flughafen auf Informationen gewartet. An Bord waren auch sieben Kinder und drei Babys.

Die Ursache für das Unglück war weiter unklar. Jedoch herrscht in Indonesien Regenzeit. Die Maschine war wegen heftiger Niederschläge mit Verspätung gestartet.

Die Angehörige eines Opfers wird im Polizeikrankenhaus von Jakarta betreut. (9. Januar 2021)
Die Angehörige eines Opfers wird im Polizeikrankenhaus von Jakarta betreut. (9. Januar 2021)
Foto: Bay Ismoyo (AFP)

Fischer berichten von einer Explosion

Das Unglück ereignete sich zwischen Laki Island und Lancang Island vor der Küste der Hauptinsel Java. Zahlreiche Rettungsteams waren unermüdlich mit Schiffen und Booten im Einsatz.

Nach Daten des schwedischen Internetdienstes «Flightradar24» hatte die Maschine etwa vier Minuten nach dem Abheben innerhalb von einer Minute mehr als 3300 Meter Höhe verloren. Danach verschwand sie. Fischer berichteten später, eine Explosion gehört und anschliessend Trümmer und Treibstoff rund um ihre Boote gesehen zu haben.

Die Sriwijaya Air wurde 2003 gegründet. Sie deckt hauptsächlich Inlandsverbindungen im Inselstaat Indonesien ab, hat aber auch internationale Strecken etwa nach Malaysia im Angebot.

sda/afp/oli