TV-Kritik: Wonderful World im Konzentrationslager
Gestern Nacht lief auf ARD die erste Folge der Serie «Entweder Broder». Der Jude Henryk M. Broder und der Muslim Hamed Abdel-Samad erkunden in einer bissigen Satire ein unbelehrbares Deutschland.
Sie beide haben Migrationshintergrund: Henryk M. Broder, polnischstämmiger Jude, und Hamed Abdel-Samad, Muslim aus Ägypten, reisen mit einem alten, bunt bemalten Volvo durch ihre zweite Heimat Deutschland. In Berlin-Neukölln sprechen sie mit Vertretern der NPD, die sich mit den Juden unter Hitler vergleichen. «Damals wurden die Juden auch benachteiligt», meint einer, und Broder bleibt auch ruhig, als dieser sagt: «Es gab auch Juden, die ermordet worden sind.» Auf dem Weg zu ihrem Auto reinigen sie sich mit Erfrischungstüchlein die Hände. Starke Geste nach dem Händedruck. «Diese Kack-Nazis gehen mir am Arsch vorbei», begründet der streitbare Publizist Henryk M. Broder seine ungewohnte Zurückhaltung.


















