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Premiere von «Simon Boccanegra»Und plötzlich sehen 400'000 Zuschauer eine Oper aus Zürich

Das Zürcher Opernhaus brachte Giuseppe Verdis «Simon Boccanegra» auf die Bühne: für fünfzig Zuschauer im Saal – und Hunderttausende vor dem Fernseher.

Simon Boccanegra (Christian Gerhaher) auf der Flucht vor seinen Feinden. Einem von ihnen (Nicholas Brownlee, l.) wird er nicht entkommen.
Simon Boccanegra (Christian Gerhaher) auf der Flucht vor seinen Feinden. Einem von ihnen (Nicholas Brownlee, l.) wird er nicht entkommen.
Foto: Monika Rittershaus

«Eine Umarmung!», ruft Simon Boccanegra, als er auf Paolo trifft, der ihn erst zum Dogen von Genua machen und später vergiften wird. «Umarme mich!», bittet er auch seine Tochter Amelia, als er sie 25 Jahre nach ihrem Verschwinden wieder findet. Aber vergeblich, es ist Corona-Zeit. Da fällt einem selbst auf der Opernbühne niemand um den Hals.

Auch das Publikum bleibt auf Abstand an diesem besonderen Premierenabend. Fünfzig Menschen sitzen verteilt im Parkett, dazu kommen (mit behördlicher Erlaubnis) neunzehn Journalisten im ersten Rang. Drei von ihnen sind sogar aus Deutschland in die Risikoschweiz gereist, obwohl sie die Aufführung bequem in der eigenen Stube hätten verfolgen können: Denn sie wurde live auf Arte übertragen und wird nun drei Monate lang gratis per Stream zugänglich sein.

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