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Megadeal in der TelekombrancheUPC-Besitzerin Liberty Global will Sunrise kaufen

Nachdem der Kauf von UPC durch Sunrise letztes Jahr abgeblasen wurde, ist der Deal nun wiederbelebt: Liberty Global bietet 6,8 Milliarden Franken für den Schweizer Mobilfunkanbieter – der Verwaltungsrat empfiehlt das Angebot zur Annahme.

Das neue Logo des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz, am Freitag, 7. Oktober 2016, in Zuerich. (KEYSTONE/Manuel Lopez)
Das neue Logo des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz, am Freitag, 7. Oktober 2016, in Zuerich. (KEYSTONE/Manuel Lopez)
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Elefantenhochzeit in der Schweizer Telekombranche: Die UPC-Besitzerin Liberty Global will Sunrise kaufen. Der Deal hat einen Wert von 6,8 Milliarden Franken, wie Sunrise am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab.

Liberty Global biete 110 Franken pro Sunrise-Aktie in bar. Das sind 32 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten 60 Tage. Am Vortag schloss die Aktie bei 86,20 Franken, am Dienstag kletterte der Kurs gleich zu Handelsbeginn auf den Angebotspreis hoch.

Der Verwaltungsrat von Sunrise erachte die Transaktion als im besten Interesse von Sunrise und ihren Aktionären, und habe daher einstimmig beschlossen, das Angebot zur Annahme zu empfehlen.

Sunrise-Grossaktionärin Freenet habe sich verpflichtet, ihre gesamte Beteiligung an Sunrise von 24,42 Prozent anzudienen. Sunrise soll nach der Übernahme von der Schweizer Börse SIX dekotiert werden.

Damit ist ein Stolperstein ausgeräumt: Freenet hatte im vergangenen Jahr die geplante Übernahme von UPC durch Sunrise platzen lassen. Nun findet die Hochzeit doch statt, einfach umgekehrt.

Grösserer Konkurrent für Swisscom

Mit dem Zusammenschluss entstehe ein grösserer Konkurrent für Branchenprimus Swisscom, heisst es. Das kombinierte Unternehmen werde gut positioniert sein, um den Ausbau der Netzinfrastruktur der nächsten Generation, einschliesslich 5G und zukünftiger Technologien, fortzusetzen. Bis im nächsten Jahr sollen 90 Prozent der Schweizer Haushalte mit Internet von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) versorgt werden. Es sei das Ziel, die Geschwindigkeit im Laufe der Zeit auf bis zu 10 Gbit/s zu erhöhen.

Das neue Unternehmen biete erhebliche Vorteile für Konsumenten und Unternehmen in der gesamten Schweiz sowie Wachstumschancen, erklärte UPC-Chef Baptiest Coopmans in einer Stellungnahm. Man könne den Wettbewerb, die Innovation und die Auswahlmöglichkeiten für die Kunden vorantreiben. «Mit der Unterstützung von Liberty Global haben wir die kritische Masse, um auf dem Schweizer Markt etwas zu bewegen», erklärte der UPC-Chef.

Keine Änderung für Kunden

Das Angebot unterliegt mehreren Bedingungen. So müssen mindestens zwei Drittel der Aktien angedient werden und die üblichen kartellrechtlichen und weiteren Genehmigungen eintreffen. Die Angebotsfrist läuft gemäss aktueller Planung vom 11. September bis zum 8. Oktober, die Nachfrist vom 15. bis zum 28. Oktober.

Eine weitere Bedingung sei, dass es keine wesentlichen nachteiligen Auswirkungen bis zum Ende der Angebotsfrist gebe. Darunter versteht Sunrise eine Reduktion von mehr als 10 Prozent des bereinigten EBITDA oder des konsolidierten Eigenkapitals des vergangenen Geschäftsjahres. Auch der Dienstleistungsumsatz darf nicht um 7 Prozent oder mehr schrumpfen.

Zudem sei Sunrise unter gewissen Bedingungen zu einer Strafzahlung von 50 Millionen Franken an Liberty Global verpflichtet, insbesondere wenn der Sunrise-Verwaltungsrat seine Empfehlung zur Annahme des Angebots ändere oder zurückziehe. Die Transaktion soll bis Ende Jahr abgeschlossen sein. Nach dem Debakel im letzten Jahr traten der Verwaltungsratspräsident und der CEO ab.

Sunrise will während der Angebotsfrist weiterhin unabhängig operieren. Für die Kunden werde es in dieser Zeit keine Veränderungen geben, heisst es.

Und danach, würden die Kunden profitieren oder verlieren? Das haben wir 2019 über den später gescheiterten Deal geschrieben.

anf/sda

15 Kommentare
    John Zürcher

    der verkaufe Schweizer kritische Infrastrukturen an ausländischen Firmen sollte verboten werden. Man hat bedenken wenn China kauft aber keine wenn die USA es tun?

    wenn etwas sich bestätigt hat, ist dass die USA die ganze Welt ausspionierten, mit eine US-Firma wird es noch leicher.

    Zudem sehen wir gerade wie die USA andere Länder erpressen wenn diese nicht den USA gehorchen.

    Hoffentlich wird das Parlament mal etwas tun, es kann nicht sein das so systemrelevanten Firmen dem Ausland gehören werden.