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US-Armeechef bereut Foto mit Trump«Ich hätte nicht dort sein sollen»

Als der US-Präsident Anfang Juni eine Demonstration vor dem Weissen Haus für einen Fototermin auflösen liess, war später auch Mark Milley auf Pressebildern zu sehen. Das bereut er nun.

«Meine Anwesenheit in diesem Moment und in diesem Umfeld hat eine Wahrnehmung geschaffen, dass das Militär in die Innenpolitik verwickelt ist»: Mark Milley.
«Meine Anwesenheit in diesem Moment und in diesem Umfeld hat eine Wahrnehmung geschaffen, dass das Militär in die Innenpolitik verwickelt ist»: Mark Milley.
Foto: Patrick Semansky/Keystone

US-Armeechef Mark Milley hat seine Anwesenheit bei einem Fototermin von US-Präsident Donald Trump nach einem höchst umstrittenen Einsatz gegen friedliche Demonstranten als «Fehler» bezeichnet. «Ich hätte nicht dort sein sollen. Meine Anwesenheit in diesem Moment und in diesem Umfeld hat eine Wahrnehmung geschaffen, dass das Militär in die Innenpolitik verwickelt ist», sagte Milley in einer am Donnerstag ausgestrahlten Videoansprache an eine Universität der Streitkräfte. Dies sei ein «Fehler» gewesen, aus dem er gelernt habe, so Milley weiter.

Inspizierte die leeren Strassen

Trumps Regierung hatte Anfang Juni eine Demonstration vor dem Weissen Haus gewaltsam auflösen lassen, damit der Präsident vor einer Kirche an dem Platz mit einer Bibel für Kameras posieren konnte. Dabei war unter anderem Militärpolizei zum Einsatz gekommen. Das Vorgehen sorgte für scharfe Kritik. Milley hatte wenig später in Tarnuniform wie in einem Kriegsgebiet die leeren Strassen der Hauptstadt inspiziert. Wegen des Einsatzes mit Tränengas und Gummigeschossen läuft auch eine Klage einer Bürgerrechtsorganisation gegen die Regierung.

Trump hatte kurz zuvor am Donnerstag die Arbeit der Sicherheitskräfte während der Proteste rund ums Weisse Haus gelobt. «Unsere grossartigen Truppen der Nationalgarde, die sich um die Gegend um das Weisse Haus kümmerten, konnten kaum glauben, wie einfach es war», schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. «Demonstranten, Agitatoren, Anarchisten (ANTIFA) und Andere» seien von der Nationalgarde, der Polizei und dem Secret Service in Schach gehalten worden.

SDA