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«Europa hat am meisten zu verlieren»

Für den amerikanischen Strategieexperten Ian Bremmer ist klar: Trumps Aussenpolitik wird Putins Russland aufwerten und Europa im Stich lassen.

Mit Ian Bremmer sprach Dominique Eigenmann
Gemeinsame Werte, gemeinsame Militärmanöver: US-Soldaten beobachten eine Nato-Fallschirmübung mit Teilnehmern aus 16 Staaten. Foto: Matej Divizna (Getty Images)
Gemeinsame Werte, gemeinsame Militärmanöver: US-Soldaten beobachten eine Nato-Fallschirmübung mit Teilnehmern aus 16 Staaten. Foto: Matej Divizna (Getty Images)

Mit der Ernennung des Ölmanagers und Putin-Freundes Rex Tillerson zum Aussenminister ist Donald Trumps sicherheits- und aussenpolitisches Team fast komplett. Was erwarten Sie?

Im Unterschied zum Team, das Trumps Wirtschafts- und Handelspolitik umsetzen soll, passen die Aussen- und Sicherheitspolitiker nicht wirklich zusammen. Der einzige gemeinsame Nenner ist, dass sie Allianzen nicht als feststehend, sondern erst als Resultat eines Tauschhandels verstehen – sowie der Wille, künftig unilateraler zu handeln, als dies vergangene Präsidenten taten. Alles Weitere ist offen. Verteidigungsminister James Mattis sieht Russland viel kritischer als Aussenminister Tillerson. Als Tillersons Stellvertreter ist John Bolton vorgesehen, ein radikaler Ideologe. Tillerson hingegen denkt wie der Geschäftsmann, der er ist. Sicherheitsberater Michael Flynns Erzfeind wiederum ist der radikale Islamismus, ein Thema, das auch dem Präsidenten am Herzen liegt. Trump selber hat zuletzt China hart angegriffen und umschmeichelt Russland. Wie daraus eine Aussenpolitik entstehen soll, weiss ich nicht.

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