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Kochbuch von Tanja GranditsVegetarische Sterneküche für daheim

Die Chefin des Restaurants Stucki in Basel kann auch unkompliziert kochen. Und fleischlos sowieso.

Chicorée wird mit dem Rezept von Tanja Grandits zur Winterdelikatesse.
Chicorée wird mit dem Rezept von Tanja Grandits zur Winterdelikatesse.
Foto: PD (Lukas Lienhard)

Worum geht es?

Wer Kinder hat, möchte ihnen gesundes und wohlschmeckendes Essen auftischen. Dies gilt auch für Tanja Grandits. Die Sterneköchin hat bereits mehrere Rezeptsammlungen herausgegeben, im neuesten Werk widmet sie sich ausschliesslich der fleischlosen Küche, so wie sie diese daheim auch für Tochter Emma auftischt.

Wer steckt dahinter?

Tanja Grandits wurde vom «Gault Millau» schon zweimal als «Koch des Jahres» ausgezeichnet, zuletzt 2020.
Tanja Grandits wurde vom «Gault Millau» schon zweimal als «Koch des Jahres» ausgezeichnet, zuletzt 2020.
Foto: PD

Tanja Grandits ist die erfolgreichste Köchin der Schweiz. Sie ist mit zwei «Michelin»-Sternen sowie 19 von 20 «Gault Millau»-Punkten ausgezeichnet. Berühmt ist Grandits für ihre «monochromen» Gerichte, bei denen jeweils eine Farbe und die entsprechenden Aromen prägend sind. In «Tanja Vegetarisch» ist die Köchin diesbezüglich weniger dogmatisch.

Typische Passage aus dem Vorwort:

«Zu Hause koche ich, weil ich Mutter bin. Schliesslich gibt es nicht viel anderes, wofür es sich ebenso lohnt, Zeit zu investieren, wie das Essen, das Emma und mich an unserem kleinen gemütlichen Küchentisch vereint.»

Nachgekocht haben wir ...

... einerseits Chicorée. Wir bräunen ihn dafür mit Zwiebeln und Knoblauch in einem Bräter an, belegen ihn mit Zitronenscheiben und löschen mit Orangensaft und Gemüsefond ab. Das Ganze kommt für 20 Minuten gedeckt bei 190 Grad in den Ofen, bevor Feta-Brösel und schwarze Oliven darübergegeben werden. Der (nun offene) Bräter kommt nochmals für eine Viertelstunde an die Hitze, garniert wird mit Minze. Wie herrlich zitronig und frisch, herb und herzhaft das schmeckt!

Satt wird man dank dieser Mischung aus Flammkuchen und Pizza.
Satt wird man dank dieser Mischung aus Flammkuchen und Pizza.
Foto: PD (Lukas Lienhard)

Satt wird man davon nicht unbedingt. Deshalb kommt als Zweites noch ein Zwiebelkuchen auf den Tisch, der sowohl an elsässischen Flammkuchen als auch an italienische Pizza erinnert: Zwiebeln werden angebräunt und mit Weisswein abgelöscht. Sie kommen auf einen dünn ausgewallten Hefeteig, der mit ordentlich Crème fraîche bestrichen wird. Nur haben wir auf dem backblechgrossen Teig jedenfalls fast keinen Platz für die rezeptierten 300 Gramm – ist Tanja Grandits hier vielleicht zu grosszügig? Für den aromatischen Kick bei diesem Zwiebelkuchen sorgen Kapern, Rosmarin, gehackte Pistazien und viel geriebener Bergkäse. Sehr sättigend, das Ganze.

Was fehlt im Buch?

Weil die Familie, zumindest bei uns, um 18.30 Uhr am Tisch sitzt und nach Essen schreit, hätten wir doch gern gewusst, wie viel Zubereitungszeit die grundsätzlich einfach nachvollziehbaren Gerichte ungefähr brauchen.

Bebilderung:

Meine Frau hat sich das Buch geschnappt, kaum lag es bei uns auf dem Couchtisch. Und bald schon die ersten Gerichte daraus nachgekocht. Dies hat sicher mit der appetitlichen, aber nicht überkandidelten Bebilderung von Lukas Lienhard zu tun.

Für wen ist das Kochbuch geeignet?

Für diejenigen, die in der Alltagsküche gelegentlich die Extrameile gehen – und dafür mit intensiven und vor allem überraschenden Aromen belohnt werden wollen.

In der Rubrik «Verschlungen» stellen wir Kochbücher vor, die wir auf Herz und Nieren getestet haben.

4 Kommentare
    Vincent Martin

    Gibt es in diesem Kochbuch auch schmackhafte Rezepte?